Leben nach dem Suizid des Ehemannes – mit Dorothea Horvath
Shownotes
Diesen Tag Anfang März 2023 wird Dorothea Horvath niemals vergessen: Sie findet ihren Mann leblos vor – und begreift im selben Moment, dass er sich das Leben genommen hat.
Für Dorothea kommt der Suizid ihres Mannes völlig unerwartet. Nur gerade drei Wochen zuvor hat er ihr in einer Karte zum Valentinstag geschrieben, wie sehr er sich auf die gemeinsame Zeit unterwegs mit ihr freut.
Zurück bleibt sie mit Fragen, die niemand mehr beantworten kann. Wut, Ohnmacht, Unverständnis, Trauer – aber auch Dankbarkeit – wechseln sich ab oder toben gleichzeitig in ihr. Dorothea lernt, diesen Gefühlen Raum zu geben und ein «Ja zum Nein» zu finden.
Wie geht es weiter, wenn der Ehemann sich das Leben genommen hat?
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Zu hören in dieser Folge: Dorothea Horvath (62) ist diplomierte Pflegefachfrau, individualpsychologische Beraterin und Trauerbegleiterin. Seit dem Tod ihres Mannes hat sie ihr Zuhause in ein Mehrgenerationenhaus verwandelt. Dorothea ist Mutter von fünf erwachsenen Kindern und Grossmutter mehrerer Enkelkinder.
Autorin und Host: Evelyne Gutknecht
Links:
Hast du oder jemand in deinem Umfeld Suizidgedanken? Hier findest du einige Anlaufstellen, die dir gerne helfen – auch anonym: Die Dargebotene Hand: https://www.143.ch/ Reden kann retten: https://www.reden-kann-retten.ch/
Hast du jemanden aus deinem Umfeld durch Suizid verloren? Hier findest du Selbsthilfegruppen oder Anlaufstellen für Hinterbliebene von Suizid: Trauernetz: https://trauernetz.ch/ Verein Refugium: https://www.verein-refugium.ch/ Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: https://nebelmeer.net/
Hier geht`s zur Website von Dorothea Horvath: https://www.beratungleben.ch/
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Transkript anzeigen
00:00:01: Endlich leben.
00:00:02: Oder auch endlich leben.
00:00:04: Ja,
00:00:05: beide sind miteinander zu tun.
00:00:06: Weil wenn wir wissen, dass das Leben endlich ist, dann können wir auch endlich leben.
00:00:11: Und über den Zusammenhang zwischen Tod und Leben reden wir in diesem Podcast.
00:00:16: Wir treffen Leute, die sich mit Tod, Sterben und Trauer auskennen.
00:00:21: Und fragen, wie sie mit ihrer Endlichkeit umgehen.
00:00:26: Wir sind zurück aus der Weihnachtspause mit einer neuen Folge Endlich Leben.
00:00:30: Schön bist du dabei.
00:00:31: Ich bin Tabelin Gwecknacht und ich möchte dich an dieser Stelle gerade schon mal vorwarnen.
00:00:36: In dieser Folge geht es um Suizid.
00:00:38: Wenn dich das Thema beschäftigt und du mal mit jemandem willst reden, habe ich verschiedene Anläufe stellen für dich ausgesucht.
00:00:44: Da findest du sie in den Show-Notes.
00:00:46: Mein Gast heute ist Dorothea Horvat.
00:00:49: Sie ist zwei Sechzehn, arbeitet als Pflegefachfrau.
00:00:52: Sie ist aber auch Psychosozialiberat drin.
00:00:54: Und vor einigen Jahren hat sie noch die Ausbildung zur Traurbegleiterin gemacht.
00:00:59: Das aus einer eigenen Not.
00:01:01: Im März, im März, im März, im März, hat sich Dorothea ihren Mann das Leben genommen.
00:01:06: Für sie ist das völlig unerwartet gekommen.
00:01:09: Für mich war es auch ein Vertrauensbruch.
00:01:12: Da habe ich mir gedacht, was?
00:01:16: Du weisst nicht, wie es dir geht.
00:01:18: Du gehst einfach.
00:01:20: Auch ein gewisses ... hat sich das angefühlt, wie ein Beziehungsabbruch.
00:01:25: Einfach ... einfach weggehen.
00:01:28: Dorothea ist mit ganz vielen Fragen zurückgeblieben, die ihr niemanden beantworten kann.
00:01:33: Sie musste lernen, mit diesen offenen Fragen weiterzuleben.
00:01:36: Und auch mit all diesen verschiedenen Gefühlen, die hier raufgekommen
00:01:42: sind.
00:01:44: Und immer wieder raufgekommen.
00:01:55: Und ja, ich bin verrückt.
00:02:00: Es geht einfach nicht.
00:02:02: Dorothea beeindruckt mich.
00:02:04: Sie ist nicht verbittert, sondern packt ihr Leben an.
00:02:07: Sie stellt sich der Trauer und macht aus dem Suizid von ihrem Mann auch kein Geheimnis.
00:02:12: Sie redet offen darüber, auch jetzt in dieser Folge.
00:02:18: Danke vielmals Dorothea, dass ich bei dir sein darf, für das Gespräch.
00:02:22: Ich habe dich vor fast einem Jahr angefragt.
00:02:25: Dozmal hast du gesagt ... Du bist, glaube ich, noch nicht bereit.
00:02:29: Jetzt bist du bereit.
00:02:30: Was hat sich für dich in diesem Jahr verändert, dass du an diesem Punkt bist, dass du jetzt über die Suizid von deinem Mann öffentlich magst und kannst reden?
00:02:40: Ich glaube, die Hauptsache, was sich verändert hat, ist das.
00:02:43: Ich war etwa zwei Jahre nach dem Tod von meinem Mann voll auf Adrenalin auf Überlebensmodus und so einfach im Flugmodus mit jeglicher Absturzgefahr.
00:02:57: Der Frühling bin ich am Boden angekommen.
00:03:00: Und ich will sagen, ich bin jetzt geerdet.
00:03:04: Geerdet sein heisst für mich auch viel näher am Schmerz, aber nicht mehr nach dem Sturz gefährdet.
00:03:09: Und ich glaube, das ist für mich auch viel damit zu tun, dass ich jetzt auch darüber reden traue.
00:03:14: Hat ein anderer Platz jetzt am Boden?
00:03:17: Ja.
00:03:18: Und am Boden meinst du eben nichts.
00:03:20: Am Boden könnte man auch meinen, du bist irgendwie aberkracht.
00:03:23: Nein!
00:03:24: Ich bin
00:03:25: mega froh, dass es nicht mit einem totalen Aufprall war, sondern einfach am Boden der Realität, am Boden des Lebens, am Boden der Situation jetzt.
00:03:33: Von dem, wie es ist.
00:03:35: Nicht negativ gar nicht.
00:03:37: Also nicht negativ gemeint der Boden.
00:03:40: Und über das möchte ich dann auch gerne im Verlauf dieses Gesprächs mit dir reden.
00:03:43: Ja, wie bist du da?
00:03:45: ... am Boden der Realität bist.
00:03:48: Wie war die Reise für dich?
00:03:51: Bis dahin ist noch nicht abgeschlossen oder gar nicht.
00:03:53: Aber wie ist die Zeit für dich vergangen?
00:03:58: Dazu kommen wir dann noch.
00:04:00: Ich möchte gerne mit dir noch über dein Mann reden.
00:04:05: Wie möchtest du ihn in Erinnerung behalten?
00:04:06: Er war dein Mann.
00:04:08: Kannst du uns ein Bild zeichnen von deinem Mann?
00:04:11: In uns beschreiben.
00:04:14: Mein Mann ist ... Einmal nicht von hier gebürtig.
00:04:19: Er hat einen langen Weg gemacht.
00:04:23: Und hat aber schlussendlich über den Ort hier gesagt, das ist his die hei.
00:04:30: Er war draussen verbunden, sehr gern draussen.
00:04:34: Er war ein Macher, ein Klüterer, ein Sammler.
00:04:41: Er war auch sehr, sehr ein Feinfühliger.
00:04:45: Nach innen, nach außen nicht immer so, aber nach innen.
00:04:49: Und ich glaube, er hat auch ganz viele in seinem Inneren gehabt, über das er nie geritten hat.
00:04:56: Es ist noch spannend, wie Menschen in «Sitz im Tod» auch noch beschrieben.
00:05:01: Da habe ich auch schon beschrieben gehört, wo ich denke, ja, das gehört auch zu ihm.
00:05:07: Das Ende war, er hat sich immer um die Schwierigkeiten und Probleme der anderen gekümmert, hat aber von seinen eigenen Problemen nichts erzählt.
00:05:20: Also auch dir gegenüber nicht so viel, oder?
00:05:23: Mängisch.
00:05:25: Und wenn er... Wenn es ihm so weit gegeben ging, hat man nicht viel gemerkt von dem, wo es ihm alles versteckt war.
00:05:35: Und manchmal hat man etwas gemerkt davon.
00:05:38: Also das heisst, wenn es ihm dann schlecht ging, ist es so schlecht, dass man es gemerkt hat, oder wie meinst du das?
00:05:44: Ja, wo er sich dann auch eher Mängisch gezogen hat und nicht mehr viel gesagt hat, weil es... Ich ging davon aus, dass es für ihn auch schwierig war, etwas zu sagen.
00:05:54: Vielleicht hat er selbst gewusst, was er könnte sagen.
00:05:59: Wirst du sagen, er hatte depressive Zeit oder Verstimmungen?
00:06:05: Das ist für mich eine schwierige Frage.
00:06:07: Rückblickend denke ich ja.
00:06:10: Aber das habe ich gesagt, dass es für mich, als ich so nahe war, schwierig war.
00:06:21: um das fassen.
00:06:22: Aber was ich ganz fest überzeugt bin, dass er die dramatische Geschichte hatte in seinem Leben, wo er zu wenig daran nachher
00:06:29: kam.
00:06:30: Ja.
00:06:31: Und wenn er dir wirklich aufgeschaffen hat, oder?
00:06:34: Ja, auch nicht.
00:06:36: Kann man jetzt sagen, dass er auch nicht will, wie auch immer, ist, wo ihm Stolpersteig war in dem Leben, sagen wir es einmal so.
00:06:48: Was haben dir für das gemeinsames Leben gehabt?
00:06:51: Ja, wie ist es euch miteinander gegangen?
00:06:54: Was habt ihr euch aufgebaut?
00:06:57: Wir haben zusammen eine grosse Familie gegründet.
00:07:01: Wir hatten ein grosses Ausreich.
00:07:04: Wir waren viel, viel, viel draussen.
00:07:07: Das hat uns beide gut gemacht.
00:07:09: Manchmal war es ein bisschen zu viel.
00:07:10: Aber
00:07:11: viel Umschwung.
00:07:13: Ja, wir hatten Landwirte, Schaf und Hühner.
00:07:15: Und das war sein Ding.
00:07:17: Äh ... Ich glaube, wir hatten vor allem auch Arbeitsbeziehungen im Sinne, dass wir ein gutes Arbeitsteam waren.
00:07:30: Wir konnten Hand in Hand arbeiten.
00:07:32: Wir hatten nicht nur Arbeitsbeziehungen, definitiv nicht.
00:07:35: Aber ich glaube, das war ein grosser Faktor, das uns auch ausgezeichnet hat.
00:07:39: Wir haben natürlich miteinander gestimmt.
00:07:44: Und wir sind auch wirklich miteinander auf viel höchsten Tiefgang im Leben.
00:07:49: Und so war es für mich auch der Schluss, als ich mir einmal dachte, dass es eine Krise war, die miteinander meistert.
00:07:57: Wir haben unsere Ehe so beschrieben, wir sind zuversichtlich und dankbar, verheiratet miteinander.
00:08:04: Glücklich war jetzt nicht so das Wort, das wir gebraucht haben, aber für mich sieht das viel aus, zuversichtlich und dankbar.
00:08:12: Und was uns so ein wenig kennzeichnet hat, wir sind ... Auch wenn wir eine Torbentwicklung haben, sind wir miteinander laufen und am Abend noch einen Spaziergang machen zu Hand in Hand gelaufen.
00:08:21: Und das hat mir viel bedeutet und ihm auch.
00:08:24: Und haben einfach noch so ein bisschen den Tag rausgeklingen.
00:08:26: Ich
00:08:27: bin ja auch ein schönes Pilzer, das Hand in Hand zeigt.
00:08:30: Also hey, wir gehören zusammen, wir gehen da zusammen durch, was auch immer kommt, oder?
00:08:35: Ja.
00:08:36: Du hast vorhin angesprochen, bis zum Schluss, bis zu dieser Krise.
00:08:39: Du denkst ja, die Krise meistern wir auch noch.
00:08:41: Was für eine Krise meinst du hier?
00:08:43: Ist es ihm schlecht gegangen?
00:08:44: Hast du das gemerkt?
00:08:45: War er gerade in einer schwierigen Situation?
00:08:49: Er war schon länger vorbereitet.
00:08:54: Er hatte Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, schon länger.
00:08:57: Er hatte dann Künd, weil er das Angebot hatte.
00:09:02: Und er hatte immer eine Tempo-Künd, die eigentlich nicht sein Tempo ist.
00:09:09: Er hat meistens für Entscheidungen sehr lange gebraucht.
00:09:12: Und dort hat er wirklich schnell gekündigt, weil es ist Ende Monat gewesen und man hat ihm das Angebot gemacht.
00:09:21: Und der erste Moment hat gesagt, das ist die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben mache.
00:09:25: Und nach zwei, drei Tagen hat er gesagt, das ist die
00:09:26: schlechteste
00:09:27: Entscheidung, die ich gemacht habe.
00:09:28: Und im Bild gesprochen habe ich, wie es gefühlt hat, in der Lawinen überrollt.
00:09:34: Hat er diese Sachen aus einem Kutschluß heraus etwas entschieden, was er beruht?
00:09:40: Nein, ich glaube, er hat mit dieser Veränderung, die das für ihn bedeutet, nicht mehr held gewesen.
00:09:45: Er hat nicht gerne Veränderungen gehabt, aber er hat die Entscheidung ja eingeleitet.
00:09:52: Aber das Dampen der Entscheidung und der Veränderung, das war zu schnell und sicher.
00:09:59: Das ist einfach das, was man offensichtlich sieht, was zu schnelles ist.
00:10:05: Ja.
00:10:07: Also weisst du, hat er das mit dir teilt, dass er, wie merkte er, dass er jetzt irgendwie zu viel hat, Panik wegen dieser Veränderung, oder hast du ihm das wie angemerkt, dass es ihm nicht gut geht?
00:10:18: Das, was er teilt hat, ist, es ist etwa zwei, drei Tage nach der Kündigung, er war am Morgen aufgestanden und dann gesagt, ich kann es so nicht arbeiten.
00:10:27: Und ich habe mich schon manchmal gesagt, bei diesem Satz hätte ich mich zurückfragen müssen, was meinst du mit dem?
00:10:32: Er wurde dann krankgeschrieben nach einem Arztbesuch, aber hinter dem Satz war viel mehr.
00:10:40: Ja, und beim Zurücklagen merke ich, es hat für mich wie Lavina Charakter, weil drei Wochen von seinem Tod, da hat er mir noch einen Valentinstagenkarten geschrieben und hat auf dieser Karte geschrieben, ich schätze dich und freue mich auf die kommende Zeit, um unterwegs zu sein mit dir.
00:11:00: Gibt auch eine Zukunftsperspektive, oder?
00:11:04: Ja.
00:11:07: Und drei Wochen später ist er gegangen.
00:11:12: Ich würde gerne mit dir hier reden, wo dein Mann Suizid begangen hat.
00:11:16: Und es ist mir mega wichtig, wenn ich dir eine Frage stellen oder merke, dass es geht jetzt nach oder zu weit, darfst du mir das sagen?
00:11:24: Ja.
00:11:25: Ich weiss, dass du deinen Mann gefunden hast.
00:11:27: Wir wollen aber nicht darüber reden, wie du ihn gefunden hast.
00:11:29: Wir wollen nicht darüber reden, wie er sich das Leben genommen hat.
00:11:32: Das ist nicht Teil des Gesprächs.
00:11:36: Ich würde aber gerne von dir wissen, was ist dir durch den Kopf?
00:11:40: Hast du geschnallt, was jetzt passiert ist?
00:11:43: Hast du geschallt, mein Mann ist tot und er hat sich das Leben genommen?
00:11:48: Oder was ist dir ... Was sind deine Gedanken durch
00:11:52: den Kopf?
00:11:53: Total Verzweiflung und Hilflosigkeit.
00:11:55: Und einfach ein Nein, nein, nein, nein, nein schreien in mir.
00:11:59: Und ich war alleine in diesem Haus.
00:12:02: Ohnmächtig, was mache ich?
00:12:04: Ich kann nichts machen.
00:12:08: Und nachher hat es auch funktioniert angefangen.
00:12:11: Ähm ... Mit der ganzen Maschinerie von Rettungswagen und Notarzt und allem zusammen und Polizei.
00:12:19: Und ... Irgendwann hat man mich ... An die Tische.
00:12:24: an den Kulten habe ich gesagt, dass es jetzt einfach noch hier bleibt.
00:12:27: Alles andere wird gemacht.
00:12:31: Wichtig realisiert, ich habe etwas realisiert.
00:12:33: Und ich habe den ersten Moment, in dem ich ihn gesehen habe, in eine gewisse Ristod.
00:12:39: Und gleich hat nachher noch die ganze Maschine angefangen.
00:12:41: Mit der Reanimation und allem.
00:12:43: Das muss man ja, gell?
00:12:45: Ich kann es nicht sagen.
00:12:46: Und ich habe die Frage jetzt abgelegt.
00:12:48: Ich
00:12:48: habe
00:12:50: eine gewisse Ristod.
00:12:53: Und dann hat es funktioniert.
00:12:56: Dann kann ich mir vorstellen, dass deine Kinder ins Spiel kommen, die auch hier in der Nähe wohnen.
00:13:02: Da gibt es fünf Kinder.
00:13:04: Erwachsene Kinder mittlerweile.
00:13:06: Es kommen verwandte, bekannte Freunde ins Spiel.
00:13:09: Alle wollen irgendwie helfen.
00:13:11: Und du bist wahrscheinlich in einem Ausnahme zustande.
00:13:14: Du hast das alles überhaupt irgendwie funktioniert sein können.
00:13:18: Aber wo kannst du noch bewusst sein?
00:13:21: Entscheiden und wo bist du dem Ganzen ausgeliefert?
00:13:25: Die
00:13:28: Polizei hat dafür gesorgt, dass ich jemanden, der mir am Tag steht, neben mir habe.
00:13:35: Gott sei Dank hat das funktioniert.
00:13:36: Das war für mich selbstverständlich.
00:13:37: Es war auch nicht ihm die Lichtperson.
00:13:42: Erstaunlicherweise spürte ich, was ich jetzt brauche und was ich jetzt traue.
00:13:50: Und ich habe mich nicht überfühlt von dieser Poterie.
00:13:54: Also, ich kann sagen, ich werde den Kindern die Information geben, nicht mehr anders.
00:14:02: Das war mir wichtig.
00:14:03: Es hat unglaublich Kraft gebraucht, aber das war mir wichtig.
00:14:11: Die von der ersten Einsagerei wollte ich in einem Nachmittag schon mitnehmen.
00:14:14: Und dann habe ich auf den Tisch geklappt und gesagt, es kommt nicht infrage, der Mann bleibt hier.
00:14:18: Dass
00:14:19: ich unsere Familie noch verabschieden kann.
00:14:21: Und das hat funktioniert.
00:14:23: Also die Sachen, die ich spürte und jetzt muss ich so machen, jetzt brauche ich das, da habe ich mich ernst genug gefühlt.
00:14:33: Und es ist auch erstaunlich, dass du überhaupt die Kraft hast, dann eben so auf den Tisch klopfen und sagen, so will ich es haben.
00:14:38: Man könnte ja auch irgendwie erfüllen.
00:14:41: Im Eckenhoch kann gar nichts mehr reden und denken, sondern einfach lahmgleit sein.
00:14:46: Bist du dankbar für das, dass sie jetzt reagieren können?
00:14:50: Und ganz, ganz früh habe ich auch gespürt, ich will nicht und ich habe keine Kraft, um irgendein verstecktes Spiel zu machen.
00:15:00: Nach außen soll man und darf man wissen, dass mein Mann sich das Leben genommen hat.
00:15:05: Und das ist dann auch wie ein Lauf hier, durch das Quartier und durch das Dorf und alles zusammen.
00:15:10: Das hat mir geholfen, das klingt jetzt dumm, aber es hat mir geholfen, dass die Menschen nicht die Strase in den Gewächsland haben.
00:15:16: Ich habe nichts mit ihnen versteckt, nichts mit ihnen um das Wasser zu drücken, das nicht davor kam.
00:15:24: Es ist so, es ist.
00:15:26: Aber es war auch schwierig, das ausser so zu kommunizieren.
00:15:29: Stellt mir jetzt das vor, wie du deinen Kindern sagen musst.
00:15:33: Der Pappi hat sich das Leben genommen.
00:15:37: Weisst
00:15:37: du ... Also ich
00:15:38: weiss es nicht.
00:15:38: Ich frage mich, ist es einfacher zu sagen, ob der Papi den Autounfall hatte und er steht oder ob der Papi sich das Leben genommen
00:15:45: hat?
00:15:45: Ich weiss nicht, was einfacher ist.
00:15:46: Ich kann es nicht sagen.
00:15:48: Und jeder von den Kindern ist anders zu reagieren.
00:15:50: Und das ist auch gut.
00:15:53: Egal, ob es einfacher ist oder nicht, in diesem Moment hatte ich gewiss gefühlt und ich wollte den Shop übernehmen.
00:16:01: Was nicht heisst, dass ich alles gut gemacht habe?
00:16:04: Genau.
00:16:05: Machen
00:16:05: wir nie.
00:16:06: Die Kinder kamen dann nach Hause und das war wichtig.
00:16:11: Das hat gut hier, das hat geholfen, also ein Schritt von mir.
00:16:16: Und wir haben dann miteinander einen Weg gefunden, auch um zu viele Menschen abzuwehren.
00:16:21: Zu viele Menschen, die dann vielleicht gerade haben wollen, helfen oder was auch immer, zu sagen, okay, wir schauen vorzu, ob wir jetzt wirklich jemanden in die Tür lassen oder nicht.
00:16:32: Hast du das entschieden je nachdem, bis du gerade gingst?
00:16:34: Das haben
00:16:35: wir miteinander entschieden.
00:16:37: Ich sagte, wir schauen dann schnell an und jemand geht an die Tür.
00:16:43: Ja.
00:16:45: Du hast vorhin gesagt, wo du ihn gefunden hast, ist er einfach durch den Kopf.
00:16:47: Nein, nein, nein, nein.
00:16:49: Wie lange ist das?
00:16:51: Kannst du das hier benennen?
00:16:52: Wie lange ist das?
00:16:53: Es hat ja etwas zu tun mit, ich will es nicht wahrhaben.
00:16:56: Irgendwas kann doch nicht sein.
00:16:57: Ist irgendwann der Moment, wo du gemerkt hast, hey, Moll, es ist wirklich so, dass ... realisieren.
00:17:04: Mein Mann hat sich das Leben genommen.
00:17:06: Magst du, ich habe einen Moment vielleicht erinnern, wo du das spürt hast?
00:17:11: Jetzt checkst du es.
00:17:12: oder ist es nicht einfach, dass es nicht wahr sein darf?
00:17:16: Ich glaube, es war ein Weg in den Moment.
00:17:19: Ganz lang, also wochenlang, habe ich immer das Gefühl, dass jetzt kommt dann gerade die Steigen auf.
00:17:24: Wenn er einfach immer auf den Koste steigen kann.
00:17:26: Von da, wo er auch da unten ins Büro hatte.
00:17:29: Oder so, er war auch ab und zu im Ausland.
00:17:32: Jetzt kommt er dann wieder nach Hause.
00:17:34: Jetzt ist die Zeit abgelaufen.
00:17:36: Jetzt sehe ich ihn dann wieder.
00:17:38: Das im Unterbewusstsein, der Fakt war ja klar, aber... Auf dem Friedhof stand ich einmal vor dem Holzkrieg und fand, nein, du hast den falschen Namen geschrieben.
00:17:48: Nein, das kann nicht sein.
00:17:50: Das ist mir irrtum.
00:17:51: Und seit wir den Grabstein darauf haben, fühlt sich so an, und es ist in Steig meistelt.
00:17:58: Wortwörtlich in Steig
00:17:59: meistelt.
00:17:59: Es
00:18:00: ist nicht mehr der falsche Namen, nein, es ist so.
00:18:05: Du hast mir im Vorherein erzählt, es ist für dich... aus heiterem Himmel kommen.
00:18:11: Du hast zwar gewusst, dass dein Mann wegen dem ganzen Stellenwachs nicht gut geht, aber so etwas, das hat schon nicht erwartet.
00:18:22: Magst du etwas zu sagen?
00:18:24: Wie hat sich das angefühlt, das zu realisieren?
00:18:27: Mein Mann sah keinen Ausweg.
00:18:31: Er nahm die Türe.
00:18:35: Für dich war es so nicht absehbar oder depressiv und hat so Sachen angetönt, sondern es kam einfach von einem Moment auf den anderen für dich.
00:18:47: Ich glaube, es ist eine ganz grosse Mischung.
00:18:49: Zum einen habe ich mir sicher vorher gemacht, warum habe ich das nicht gemerkt?
00:18:54: Was habe ich verpasst?
00:18:57: Und dann all diese Sachen.
00:18:59: Das hätte ich nicht mehr sagen sollen und das hätte ich nicht mehr machen sollen.
00:19:02: und die ganze Palette.
00:19:04: Für mich ist es... auch ein Vertrauensbruch war.
00:19:09: Und ich habe mich gefragt, was du sagst, nicht, wie es dir geht, du gehst einfach.
00:19:16: Auch ein gewisses, er hat sich das angefühlt, wie ein Beziehungsabbruch.
00:19:21: Einfach, einfach weggehen.
00:19:25: Der erste Moment habe ich auch wie reagiert darauf.
00:19:29: Dann ist es vielleicht komisch, dass sie sagen, aber so wie ich bin an allem, schuld, ich hätte das und das und das und das und das sollen und habe nicht gemacht.
00:19:39: Und nur mehr Verständnis ihm gegenüber.
00:19:41: Ja, er hatte nicht das einfaches Leben und so.
00:19:44: Oder nicht das einfaches Aufwachsen, ich rede das mal auf dem Aufwachsen.
00:19:48: Und dann ist der Moment, an dem ich sagen kann, jetzt stopp.
00:19:51: Also, wir haben dann Teilen auf.
00:19:54: Ich habe Sachen gemacht, ja, wo gut sie wären, ich hätte sie anders gemacht, aber er hat auch etwas gemacht.
00:20:00: Wenn, dann haben wir beide noch die Teile.
00:20:03: Und das war für mich eine grosse Entlastung.
00:20:05: Und das hat mir auch geholfen, ein Bier ein bisschen zu pücheln.
00:20:11: Nein, es ist nicht alles bei mir.
00:20:13: Und es ist auch nicht alles bei ihm.
00:20:15: In einer Beziehung, in einer Zweischaft, auch immer zwei Teile.
00:20:19: Aber ich kann mir vorstellen, dass es ein rechter Weg war.
00:20:20: Das
00:20:21: ist es, oder?
00:20:22: Und das hat mich auch am Anfang wirklich fix und fertig gemacht, weil ich einfach weite, gute Zeiten gar nicht mehr vor Augen hatte.
00:20:29: die wir auch hatten.
00:20:31: Ich stelle mir also vor, du bleibst dann mit so vielen Fragen zurück.
00:20:36: Und dann kannst du dich nicht beantworten, oder?
00:20:38: Ich glaube, das ist etwas von dem, was am schwersten wiegt, was mir zugemutet wird, dass ich mit offenen Fragen in das Grad gehe.
00:20:49: Fragen, die niemand beantworten kann.
00:20:53: Ich kann gerne fragen, aber Fragen, die das Leben lang nie beantwortet werden, dass ... fordert mich raus.
00:21:02: Du hast ein bisschen atmen den Umgang mit den Schuldgefühlen auch und gleichzeitig den Vertrauen zu brauchen.
00:21:10: Ich würde gerne noch etwas mehr darauf eingehen, weil ich habe mir gewusst, dass das ja ganz viele Hinterbrübenen von Suiziden so geht oder dass die eigene Schuld zu sehen und das Gefühl haben, hätte ich es doch gesehen, hätte ich doch das gesagt, hätte ich doch das nicht gesagt.
00:21:27: Kannst du uns da vielleicht ein bisschen ... Wie bist du zu dieser Erkenntniskode vorhin gesagt hast?
00:21:35: Hast du nicht alles meine Schuld?
00:21:38: Es ist einfach ein Prozess, man braucht es einfach zu sein.
00:21:42: Oder gibt es eine ganz konkrete Tools, Hilfestellungen, die du sagen
00:21:49: kannst?
00:21:49: Ich glaube, es gibt verschiedene.
00:21:52: Als eine Hilfestellung auf meinem Weg habe ich dann irgendwann, nach einem Jahr noch ... Traurbegleitungswiederbildung gemacht, weil ich gefunden habe, dass ich mich selbst in der Traurbegleitung
00:22:06: mache.
00:22:07: Und
00:22:07: dort habe ich ganz viel Hilfe für mich zu erfahren.
00:22:11: Unter anderem auch einfach das, dass nach all den plötzlichen Toden, weit über Suizid aus, aber die plötzlichen Toden, die plötzlichen Verlust, ohne ich noch zu sagen, dass ... Das ist einfach ganz stark die Schuldzuwesung.
00:22:30: Entweder sich selber oder am Gegenüber oder wenn man auch immer mehr dann gerade findet.
00:22:35: Und dass das auch eine Hilfe sein kann, wenn man sich so ummächtig fühlt.
00:22:42: Da kann ich wenigstens noch jemandem Schuld geben, wenn es nur mir selber ist.
00:22:48: Ja, weil du bist natürlich vor eine vollenderte Tatsache gestellt.
00:22:52: Du hast eigentlich keine
00:22:53: ... Es ist unglaublich
00:22:56: unhaftig.
00:23:00: Es ist noch schwierig.
00:23:01: Es gibt viele, die mir auf diesem Weg geholfen haben.
00:23:06: Nicht nur Verständnis, sondern auch für sein Schwieriges Aufwachs, sondern auch für alle Emotionen.
00:23:13: Und ich darf auch wertig sein auf ihn, dass er einfach freist ist.
00:23:18: Und was ist jetzt nicht meine göbteste Emotion, aber ... Einfach auch lehren und es sind ganz verschiedene Emotionen, die alle Platz haben dürfen.
00:23:30: Und ja, ich bin verrückt.
00:23:33: Es geht einfach nicht.
00:23:35: Und was hast du mit den Emotionen gemacht?
00:23:37: Hast du sie rausgeschraubt?
00:23:39: Hast du sie aufgeschrieben?
00:23:40: Hast du sie jemandem erzählt oder ja?
00:23:43: In erster Linie habe ich einen Vertraubnis gegeben.
00:23:44: Darf ich da sein?
00:23:46: Manchmal habe ich geschraubt.
00:23:48: Ist jetzt nicht ganz so einfach.
00:23:49: Ich habe mir gesagt, ich haus nicht viele Leute.
00:23:53: Ich muss noch sagen, du wohnst hier gemeinschaftlich, oder?
00:23:55: Genau, ja.
00:23:56: Mit Familie, Mitglieder, sonst.
00:23:57: Aber am allermeisten hilft es mir wirklich.
00:24:00: Ich rede in Bildern manchmal.
00:24:01: Manchmal ist es auch eine Emotion auf einem Stuhl, gerne zu sagen, komm, jetzt kannst du an den Tisch hucken.
00:24:05: Ja, du kannst hier sein.
00:24:06: Du musst jetzt nicht verreisen.
00:24:07: Es ist gut, dass du da bist.
00:24:10: Lass uns schauen, was wir miteinander machen.
00:24:13: Und was ich auch an der ersten Seite hergemerkt habe, ist, dass die Emotionen nicht schön rein nachkommen.
00:24:21: Früher habe ich das Gefühl gehabt, ich bin einmal fröhlich und einmal traurig.
00:24:25: Aber seit dem Tod meiner Mannheit habe ich das Gefühl, da können manchmal drei, vier, fünf Emotionen miteinander sein und alle durcheinander in einer Wäschmaschine.
00:24:32: Und das ist gewöhnliches Bedeutung für mich.
00:24:34: Das klingt streng.
00:24:37: Ja, manchmal muss ich dann schauen, ob ich genug Stühlen habe.
00:24:41: Zumal die Emotionen platzieren.
00:24:43: Ja, und auch ich darf es nicht mit dem Kopf pücheln, weil das dann die Wut neben der Dankbarkeit sein darf.
00:24:50: Ja, okay.
00:24:50: Wenn die nebenan sitzen, ist es in Ordnung.
00:24:54: Es war einfach für mich ungewohnt.
00:24:57: Das hast du wirklich so gemacht, du bist angehockt und hast gesagt, hier ist jetzt der Stuhl.
00:25:02: Das sind bildhafte Sachen
00:25:04: mehr, dass ich im Bild sage, einfach dass ich sie nicht in den Keller spiele und nicht sagen, dass ich zu vereinen bin, ich kann dich gerade nicht gebrauchen.
00:25:13: Ich könnte mir vorstellen, dass das ein mega wichtiger Schritt ist, also das Anerkennen von Ebenwut.
00:25:18: Weil, darf man jetzt auf jemanden, gestorben ist, wo Tod ist, wütig war.
00:25:23: Also, ja, das Zulassen braucht wahrscheinlich noch einen rechten Schritt, oder?
00:25:27: Ja,
00:25:27: das ist so.
00:25:28: Und
00:25:28: auf jemanden,
00:25:29: der mir auch wirklich gerne hatte.
00:25:32: Ja.
00:25:33: Und trotzdem, ja.
00:25:35: Und trotzdem ist es so.
00:25:36: Und ich bin ja nicht nur wütig.
00:25:39: Und wirst du sagen, ist das etwas Heilsames gewesen?
00:25:42: Ja,
00:25:42: für mich ja.
00:25:44: Und halt wirklich, manchmal ist es im gleichen Satz, ich sage, ich bin wütig auf dich und ich bin aber auch dankbar.
00:25:49: Dass mich jetzt zum Beispiel, ich mache jetzt auch ein Stichwort, dass du finanziell für mich gesorgt hast.
00:25:56: Für das bin ich dir dankbar.
00:25:57: Wir haben
00:25:59: jetzt etwas über die Emotionen gesprochen, aber ich will auch noch aufs ganz praktische Eingang.
00:26:04: Also du bist ja nicht nur in Anführungszeichen hinterblieben von der Suizid von einem Tag auf den anderen, sondern du bist Witwe geworden.
00:26:13: Mit knapp sechzig, oder?
00:26:16: Weisst du, es hat auch das für dich bedeutet, dass du auf einen Tag auf den anderen wie alleine bist.
00:26:21: Alleine musst du für dich sorgen.
00:26:23: Du hast keinen Partner mehr, wo du mit dem Durchsleben gehen kannst, die gemeinsame Zukunft planen.
00:26:30: Was hat das ganz konkret für dich bedeutet?
00:26:33: Was bedeutet es jetzt noch?
00:26:36: Bevor hier in diesem Haus die Leute eingezogen sind, ich weiss von mir, dass ich gut sein kann, wenn ich weiss, dass andere Leute dumm sind.
00:26:50: Und mit mir allein komme ich gut zu schlagen, immer dann, wenn ich weiss, dass seine Leute erreichbar sind.
00:26:59: Was für mich heute manchmal schwierig ist, dann lebst du irgendetwas, was du gerade jemandem erzählen willst.
00:27:06: Und da merke ich, ja, da, da
00:27:08: fehlt es.
00:27:09: Einfach schnell können.
00:27:10: Keine Ahnung, schnell anrufen und sagen, hey, jetzt musst du gleich schnell etwas erzählen.
00:27:14: Auch ich bin jetzt ein Mensch, der nicht ... Mühe hat mit Entscheidungen getroffen.
00:27:20: Und das kommt mir sicher zu gut.
00:27:22: Aber heute ist es einfach so, dass ich alle Entscheidungen alleine getreffe.
00:27:26: Egal, was für eine Tragweite sie haben.
00:27:29: Und ... Ja, diese Sachen ... ... machen unterschiedlichstens mit mir.
00:27:36: Es gibt auch wieder Emotionen.
00:27:38: Man ist denke ich, es ist einfach, wenn man nicht zuerst in der Schilder für sie besprechen muss.
00:27:43: Und dann denke ich, das ist echt gut.
00:27:46: Man kann darüber reden.
00:27:47: Das ist eine Mischung.
00:27:51: Und wo ich merke, was ein spezielles Schmerz war, mit dem Mann, den ich mir gesagt habe, Grosskinder, das sind wie im Bereich, das machen wir echt miteinander.
00:28:03: Wenn die Grosskinder kommen, dann sind wir einfach beide hier.
00:28:08: Und sind miteinander das Hüt oder was immer gestalten.
00:28:12: Und dort, das hat unglaublich Weta, dort einfach vor einem Tag aufeinander, hier hocken und alleine sein.
00:28:18: Obwohl wir das abgesprochen haben.
00:28:20: Hast du auch solche Gedanken gehabt?
00:28:22: Ja, super.
00:28:22: Lass mich in diesem.
00:28:23: Ja.
00:28:24: Einfach alleine.
00:28:24: Genau.
00:28:25: Jetzt habe ich einfach alleine hier.
00:28:27: Und das ist ja auch wieder ein bisschen das Zweischneidige.
00:28:30: Zum einen habe ich es enorm geschätzt, dass unsere Kinder mir, auch nach dem Tod von meinem Mann, immer wieder mal grosse Kinder anvertraut haben und ich das Lachen und das Leben, das ihnen miterleben können.
00:28:43: Und zum anderen ja, jetzt bin ich einfach alleine.
00:28:48: So das Beidseitige.
00:28:50: Das
00:28:51: ist eigentlich so ein Thema Einsamkeit, die du auch ansprichst, oder?
00:28:54: Ja.
00:28:55: Also, auf eine Art, wie hast du deine Leute?
00:28:58: Du hast eine Grossfamilie, fünf Kinder, du hast ein Enkelkinder und auf die anderen Seite stehst du jetzt alleine hier.
00:29:03: Du hast einen Partner, der mit dir was will.
00:29:06: Noch ein etliche Jahr, das Leben gar nicht mehr.
00:29:09: Weisst du, es ist auch eine Einsamkeit im Sinne, dass ich in der Traur hinein kann, vielleicht auch niemals so ganz verstehen.
00:29:16: wie es dir jetzt geht oder wie es dir da ging.
00:29:19: Also da habe ich von meiner Familie sehr viel teilweise angenommen oder auch Austausch erlebt, weil wir halt auch wie miteinander in der Trauer stehen.
00:29:34: Und ich glaube, was mir zu gut kommt und für was ich sehr, sehr dankbar bin, ist, mein bisherigen Gottesbild ist nicht Gott als ein Macher.
00:29:47: als ich ins Knopf drücke und dann macht er.
00:29:49: Sondern als einer, der hier ist.
00:29:52: Das hilft mir, zu wissen, im letzten Augenblick, bevor mein Mann der letzten Schritt gemacht hat, war Gott dort, war Gott bei ihm.
00:30:02: Und in diesem Moment, dem schrecklichsten Moment von meinem Leben, als ich ihn gefunden habe, war er auch hier bei mir.
00:30:09: Und das ist eine Reinsamkeit hier, als ich bemerkte.
00:30:11: Und der Gott, den ich kennen, der mir wichtig ist, ist einfach der, der hier ist.
00:30:16: Und wenn ich einsam bin, ja.
00:30:18: Und wie merkst du denn das?
00:30:21: Wirklich, manchmal ist das Gefühl, ich bin einfach nicht ganz, ganz, ganz alleine.
00:30:26: Und
00:30:26: das tut mir gut.
00:30:27: Und ich habe aber auch die Möglichkeit und nehme sie auch immer wieder halt dann jemanden aufzusuchen.
00:30:33: Manchmal ist es auch der erste Zeit und manchmal ist es der dritte.
00:30:37: Oder wirst du dann aktiv?
00:30:38: Wenn du denkst, jetzt fühle ich mich alleine und ich möchte aber nicht alleine sein.
00:30:41: Ja, oder
00:30:41: jetzt muss ich unbedingt jemandem etwas erzählen.
00:30:45: Oder jetzt wäre es schön, diesen Tag mit jemandem zu verbringen.
00:30:49: Es braucht einfach etwas mehr ... Ja, aktiver, genau.
00:30:54: Du hast gerade dein Glauben an Gott angesprochen.
00:30:57: Wie ist denn das?
00:30:59: Bist du nicht manchmal auch hessig auf Gott, dass er es nicht verhindert hat?
00:31:02: Er hat ja die Mann gesehen und hat seinen Schmerz gesehen.
00:31:07: Er konnte sie verhindern, oder?
00:31:09: Ich glaube, das ist genau den Punkt mit dem Macher.
00:31:13: Weil er für mich kein Macher ist, habe ich ihm auch nicht vorgeworfen, dass er nichts gemacht hat.
00:31:19: Aber das ist mein Bild.
00:31:22: Wir haben Leute in der Familie, die ein ganz anderes Bild haben.
00:31:25: Ich finde, hey, warum hat er das nicht verhindert?
00:31:29: Und ich verstehe das.
00:31:31: Also für dich ist es nicht der, der Sachen muss verhindern, oder?
00:31:35: Nein, und auch nicht einfach der, der ... Egal, was ich ihm jetzt sage, was ich brauche, es geht sofort macht.
00:31:42: Sondern wir bedeuten viel, viel mehr, dass ich
00:31:46: jemanden
00:31:46: kenne oder einfach jemanden weiss, egal wie es mir geht und wo ich bin und was ich gerade erlebe, er ist da.
00:31:56: Und
00:31:56: das ist etwas, was mich treibt.
00:32:00: Mega schön.
00:32:01: Jetzt ist es zweieinhalb Jahre seither, dass dein Mann sich entschieden hat, aus dem Leben zu gehen.
00:32:07: Du hast gesagt, hier irgendwo ... ... unverständlich für dich.
00:32:12: Wenn du drüber nachdenkst, gehen dir die Sachen auf.
00:32:16: Wahrscheinlich, wo du sagst, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du
00:32:40: hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das Gefühl, du hättest das.
00:32:44: Zum einen merke ich mir, dass ich für mich eine gesunde Fehlerkultur leben kann.
00:32:50: Fehler passieren.
00:32:51: Das ist so.
00:32:52: Fehler in meinem Leben, Fehler in seinem Leben.
00:32:53: Das ist so.
00:32:54: Ich glaube, was mir eine unglaubliche Hilfe ist, ist ein ganz spezielles Satz.
00:33:06: Aber dieses Satz hilft mir wirklich.
00:33:09: Ich bin auf dem Weg, um ein Jahr zu finden, um mein Nei.
00:33:15: Da muss ich mir das schnell sortieren, was das heisst.
00:33:18: Es gibt Sachen im Kontext von diesem Leben, die hinter mir liegt, das mein Mann so in die Zeit gemacht hat, wo ich einfach nein, immer ein Nein habe und sage nein, nein, nein.
00:33:32: Auch zu Sachen, die ich vielleicht mache, wo ich gesagt habe, nein, nein, es war nicht okay.
00:33:37: Aber dass ich da auch bin, okay.
00:33:39: Und jetzt sage ich ja zu Nein.
00:33:41: Weil ich will ... Das ist ein starkes Wort.
00:33:46: Ich will mit dieser Geschichte versöhnt sein und mit meinem Leben.
00:33:50: Und für mich hat es versöhnt, dass ich zu allem irgendwann, wenn man mal will, ja sagen kann.
00:33:55: Sondern, dass ich ja sagen kann, zu meinem Nein.
00:33:57: Ist okay.
00:33:58: Also, das kann auch bedeuten, dass du bist.
00:34:01: Du sagst eigentlich nein dazu, dass er den Schluss gefasst hat.
00:34:05: Ja, wie
00:34:05: er gegangen ist.
00:34:06: Und das ergangen ist, wie ich nie ein Ja habe.
00:34:09: Aber ich habe ein Ja zu meinem Nein.
00:34:11: Ich sage ja.
00:34:13: Du musst jetzt mit dem wie ein Weiterleben.
00:34:15: Ja,
00:34:15: zu dem muss ich noch sagen.
00:34:18: Es ist eine starke Botschaft dahinter.
00:34:20: Es
00:34:21: entlascht auch mich, dass ich mich nicht finde.
00:34:24: Ich muss doch irgendwie zum Nein sagen.
00:34:26: Nein, ich muss nicht.
00:34:27: Es reicht, wenn ich zum Nein sagen kann.
00:34:29: Du hast
00:34:32: es vorerraten und du hast ja dann eine Trauerbegleitung, Ausbildung gemacht, eigentlich, um dich selber in der Trauerbegleitung zu begleiten.
00:34:39: Das hast du so schön gesagt.
00:34:41: Auch, dass wir am Telefon haben gesagt, weil du gemerkt hast, du hast ja dann Hilfe geholt, aber du hast gemerkt, dass der Psychotherapie an sich das hilft dir, wie nicht weiter, oder?
00:34:50: Das ist auch zu wenig, ja.
00:34:52: Es hat dort nicht gemischt, genau.
00:34:54: Ja.
00:34:56: Aber jetzt hast du auch Leute begleitet, die eigentlich ein Leben tun.
00:35:00: dass du diese Ausbildung gemacht hast?
00:35:03: Ich denke, das ist erst am Anfang.
00:35:06: Ich habe auch den ersten Moment ein Gefühl, dass ich gar keine Leute mehr begleiten kann.
00:35:12: Und das wäre aber nicht gut.
00:35:13: Dann würde ich mir gleich noch mal einen Teil von meinem Herz abreissen.
00:35:15: Ja, weil man muss auch noch sagen, du bist ja individual-psychologische Beraterin.
00:35:19: Also, das hast du vor und zu in der Zeit von deinem
00:35:21: Mann
00:35:22: gemacht.
00:35:23: Und danach hast du das Gefühl,
00:35:25: dass du nicht mehr ... Ich darf das gar nicht mehr.
00:35:29: Wenn so etwas passiert, darf ich das gar
00:35:31: nicht mehr.
00:35:33: Es hat wahrscheinlich auch zu meiner Schuld so eine Weisung gehört.
00:35:39: Und dadurch, dass ich nicht die Pflege angefangen habe, war sowieso die Beratung etwas auf Sparflammen.
00:35:46: Ich denke, es ist eine Frage der Zeit, bis das wieder mehr anrollt.
00:35:52: Und ich bin jetzt auch nicht weiß, wie hier am ... aktiv Werbung machen.
00:35:59: Aber ich bin da und ich weiss, dass die Leute, die mich mit finden, die mich finden.
00:36:04: Und dann bist
00:36:05: du parat dazu.
00:36:05: Und dann bin ich parat.
00:36:06: Und dann bist du parat dazu.
00:36:06: Und dann bist du parat dazu.
00:36:07: Und dann bist du parat dazu.
00:36:07: Und dann bist du parat dazu.
00:36:09: Und dann bist du parat dazu.
00:36:10: Und dann bist du parat dazu.
00:36:11: Und dann bist du parat dazu.
00:36:11: Und dann bist du parat dazu.
00:36:12: Und
00:36:13: dann bist du parat dazu.
00:36:14: Und dann bist du parat dazu.
00:36:15: Und dann bist du parat dazu.
00:36:16: Und dann bist du parat dazu.
00:36:17: Und dann bist du parat dazu.
00:36:18: Und dann bist du parat dazu.
00:36:19: Und dann bist du parat dazu.
00:36:19: Und dann bist du parat dazu.
00:36:20: Und dann bist du parat dazu.
00:36:21: Und dann bist du parat dazu.
00:36:23: Und dann bist du parat dazu.
00:36:24: Und dann bist du parat dazu.
00:36:25: Und dann bist du parat dazu.
00:36:26: Und dann bist du parat dazu.
00:36:27: Und dann bist du parat hemmigen, oder wenn jemand, wenn jemand kennt, der jetzt eben hinterblieben ist, hinterblieben ist von Suiziden, wie soll man da reagieren?
00:36:31: Oder das ist dann gerade so wie, was soll ich jetzt sagen, wie soll ich dieser Person begegnen?
00:36:35: Das ist ja sowieso beim Tod das Fall, oder?
00:36:39: Die hemmigen, was kann man jetzt machen?
00:36:42: Und ich glaube, beim Suiziden ist es wahrscheinlich noch einmal verstärkt, oder wie hast du das erlebt?
00:36:47: Also für mich sind die Fragen, wie geht es dir ganz schwierig sein.
00:36:51: Ich glaube, das ist eine Frage, die man besser nicht
00:36:53: stellt.
00:36:56: Was mir viel bedeutet, ist, wenn Menschen einfach ... Manchmal ist es wortlos, Anteil noch zu haben.
00:37:04: Einfach grünen sie sich an die Hand, kurz heben und ... Ja.
00:37:09: So wie zeigen, ich weiss ja nicht was.
00:37:10: Der Ausdruck,
00:37:11: es tut weh.
00:37:12: Es tut weh, ja.
00:37:15: Und bei mir haben auch ganz viel Kontakte gefiltert worden.
00:37:19: Es hat Menschen gegeben, die den Schmerz mit mir aushalten können.
00:37:23: Und andere für dich sind das schwierig, das ist auch okay.
00:37:27: Also jetzt ist es nachher wie, der Kontakt nicht mehr weitergegangen, oder?
00:37:30: Ja,
00:37:31: aber habe ich mich dann auch nicht bemüht.
00:37:34: Weil ich brauche Menschen, die sich damit auch nicht konfrontieren können.
00:37:41: Das andere ist ja, dass ich offen bin.
00:37:44: Und das ist auch erlaubt zu sagen, ich habe das nicht.
00:37:47: So eine Offenheit.
00:37:50: Als du offen bist, heisst es, du hast auch sehr offen darüber gesprochen, wenn man dich darauf angesprochen hat.
00:37:56: Oder hast du Einblick in dein Leben gegeben?
00:38:00: Wenn man das mit ehrlichen Interessen gemacht hat, ja.
00:38:04: Und sicher nicht jedem beim Pusten das nicht.
00:38:06: Klar.
00:38:06: Das will ich jetzt sagen, das spürt man irgendwann, wo es gerade dran ist und wohnt.
00:38:12: Und ich habe viele Leute erlebt, die haben das mega hilfreich gefunden.
00:38:17: ...zum nachher überhaupt in ein Gespräch kommen, weil es, wie du sagst, sie hat gar nicht gewusst, wie er anfing.
00:38:21: Und dass ich nicht versteckhitsgespielt habe, war es viel einfacher.
00:38:25: Ja.
00:38:25: Aber
00:38:27: hast du auch erlebt, dass Menschen wirklich überfordert sind und dir das auch, wie es euch nicht zu spüren geht, Strassenseite wechseln oder ... ... ja, komische Stimmung, wenn es dich sieht?
00:38:39: Ja.
00:38:40: Und mir auch einfach ... ...wollen irgendetwas helfen?
00:38:43: Wenn ich muss sagen, nein, ich brauche jetzt nicht irgendetwas, das Kulver wird, sondern es klingt vielleicht dumm.
00:38:51: Aber entweder schaffen wir es, dass wir einfach dem Schmerz in die Augen schauen, so ist es.
00:38:58: Und sonst, ähm, ja, leben wir es.
00:39:03: Hast du spezielle Rituale gehabt, die dir Kulfern oder heute noch helfen, in ihrer Trauerbewertung, in diesem Prozess?
00:39:13: Ritual kann ich jetzt nicht unbedingt sagen.
00:39:16: Mir tut es gut, um draussen zu laufen.
00:39:22: Und mir tut es manchmal auch gut, um mich zu zurückziehen alleine zu sein.
00:39:26: Aber jetzt so eine spezielle Italie.
00:39:28: Vielleicht muss ich sagen, ich habe noch nichts.
00:39:30: Das kann sein, dass das noch kommt.
00:39:32: Eine Italie ist neu dazu gekommen.
00:39:36: Das hat mit der Weihnacht zu tun.
00:39:38: Zuerst habe ich gefunden, für was ich überhaupt noch einen Christbaum machen soll.
00:39:42: Das macht für mich keinen Sinn mehr.
00:39:44: Und dann habe ich das Ritual gehört und das hat mich sehr bedeutet.
00:39:48: Und jetzt gibt es hier Wilms Amix einen kleinen Christbaum.
00:39:53: Und von diesem sage ich ein Ast ab, sodass man es offensichtlich sieht.
00:39:59: Dort fehlt ein Ast.
00:40:01: Und der Ast, den ich absagen, kommt aus dem Grab von meinem Mann.
00:40:05: Und das ist für mich sehr symbolisch.
00:40:06: Und eben, das ist wie ein Ritual.
00:40:08: Ja,
00:40:08: mega schön.
00:40:10: Ja, und ich muss sagen, das ist für mich eine Hilfe für die Weihnachtszeit.
00:40:13: Manchmal ist es auch nicht immer ganz einfach.
00:40:14: Jetzt haben
00:40:16: wir noch einmal darüber gesprochen.
00:40:18: Der gesellschaftliche Aspekt von einer Suizide, die verbundenen Tabuse rundherum.
00:40:26: Was würdest du dir wünschen, dass Menschen besser verstehen können rund um das Thema Suizide, hinterblieben von Suizide?
00:40:34: Gibt es da etwas, das du sagst, dass man es jetzt einfach mal gesagt sei?
00:40:39: Ich glaube, etwas davon ist schon da.
00:40:42: Lass uns.
00:40:43: Lass uns Wort finden, für das, was uns bewegt, in dieser ganzen Thematik.
00:40:49: Und wenn das Wort sind von ... Ja, im Moment wissen wir nicht was zu sagen.
00:40:54: Aber es drückt unsere Hilflosigkeit aus.
00:40:56: Lass uns nicht die Augen verschliessen davon.
00:40:59: Und lass uns nicht einfach uns abwenden davon.
00:41:06: Es ist ein Fakt im Leben.
00:41:07: Es ist eine Tatsache unserer Gesellschaft.
00:41:09: Und ich will sagen, es hilft, wenn wir anschauen.
00:41:14: Und wenn wir uns jetzt sprechen, dann?
00:41:16: Hm.
00:41:16: Jetzt
00:41:18: bist du ja so plötzlich mit dem Tod konfrontiert worden mit dieser Endlichkeit des Lebens.
00:41:25: Was hat das mit dir jetzt mal abgesehen, bevor es in Suizid ist, aber was hat das mit dir gemacht, wie es hat zu checken, hey, ja, der Tod kann so plötzlich in mein Leben kommen.
00:41:34: Das Leben ist so endlich auch in deinem eigenen Leben, oder?
00:41:37: Ist ja so endlich.
00:41:38: Was hat sich hier verändert in deinem Denken, in deinem Handeln, in deiner Sichtweise, auf Leben und Tod?
00:41:45: Ich denke, da bin ich dankbar für meinen Beruf.
00:41:51: Ich habe schon seit Jahren die Todseiteilung des Lebens.
00:41:55: Ich habe auch einen Bruder, der gestorben ist.
00:41:58: Ich habe einen Schwester, der Vater, der gestorben ist.
00:42:03: Das war immer wieder ein Thema.
00:42:06: Der Tod und die Endlichkeit.
00:42:07: Wenn es dann so nah ist, wie mein Mann, dann ist es dann einfach extrem nah.
00:42:15: Ja, es erinnert mich selber schon auch an meine Endlichkeit.
00:42:18: Einfach noch einmal mehr, dass das Leben wirklich zerbrechlich ist.
00:42:23: Und das heute, heute ist, und morgen weiss niemand.
00:42:26: Es hat für mich aber auch etwas, was Lebensqualität kann.
00:42:31: Wachsalon.
00:42:33: Das Bewusste.
00:42:34: Es ist heute.
00:42:36: Von morgen wissen wir noch nicht.
00:42:38: Wie zeigt sich das jetzt in deinem Leben konkret?
00:42:42: Dass ich auch.
00:42:43: Momente, in denen ich erlebe, einfach heute unglaublich schätzen und geniessen und auch aufsaugen.
00:42:51: Und denke ich, heute habe ich sie.
00:42:55: Und das können Naturstimmungen sein.
00:42:57: Sie waren gestern Sonntag, ich bin ... Ach, ich bin fast runter.
00:43:02: Mit den ganzen Nebeln und Zonen durch und wirklich traumhaft.
00:43:08: Und ja, das habe ich jetzt gestern gehabt.
00:43:11: Keine Quarantie.
00:43:12: Ich habe das noch gesehen.
00:43:15: Probiere es wirklich bewusster.
00:43:16: Ja.
00:43:17: Das Leben bewusster, so schöne Momente zu geniessen, festzuhaben.
00:43:22: Und auch Beziehungen.
00:43:25: Auch gerade in der Familie, aber auch mit Freunden, die ich bemerke.
00:43:28: Hier hat es ein paar ganz kostbare Beziehungen und die sind jetzt so kostbar.
00:43:35: Und ich habe keine Garantie, wie lange ich dir davon
00:43:38: habe.
00:43:39: Was gibt dir Trost in dem Ganzen?
00:43:42: Oder Zuversicht oder irgendeine Hoffnung?
00:43:45: Ich glaube, das eine, was ich am Lehren bin, ist, dass, so wie ich hier die Brülle nachhatte, dass die Brülle immer zwei Gläser hat.
00:43:53: Das andere ist Trurglas und das wird mich begleiten bis an mein Lebensende.
00:43:59: Und das andere ist aber auch das Glas der Dankbarkeit.
00:44:03: Ich sage manchmal, dass mir viel gegeben wurde, mir viel genommen wurde und mir ist noch viel geblieben.
00:44:11: Und da halt ... Manchmal erinnert es mich auch daran, dass es zwei Gläser gibt.
00:44:18: Das dröstet mich auch.
00:44:21: Und zueinander komme ich noch mal darauf zurück auf mein Gottesbild.
00:44:25: Ein Gott, der hier ist.
00:44:27: Das gibt mir die Rost.
00:44:31: Vielleicht noch zum Schluss die Frage, die ich häufig meine Gäste stelle.
00:44:34: Der Podcast heisst ja «Endlich Leben».
00:44:36: Was heisst das für dich?
00:44:38: Wie fühlst du das?
00:44:39: «Endlich Leben»?
00:44:40: Ich glaube, mein Leben ist seit dem Tod meiner Mutter ... noch mal intensiver geworden, jetzt im Sinne der endlichen Leben.
00:44:50: Das ist nicht, dass ich vorher nicht gelebt habe, definitiv nicht.
00:44:52: Aber es ist viel intensiver geworden, viel bewusster auch und im Blick der Endlichkeit, im Blick der Zerbrechlichkeit.
00:45:02: Und etwas, was zerbrechlich ist, würde ich jetzt sagen, ist zumindest auch für mich, dass es ... macht sich noch mit dem Behut zusammen umgeht.
00:45:13: Und das ist für mich alles, was ich in diesem ... Endlich Leben.
00:45:18: Und schlussendlich auch wieder fast zwei Brüllengräser.
00:45:20: Das Brüllengas vom Endlich und das Brüllengas vom Leben.
00:45:24: Gibt es auch eine Brülle und eine gute Sicht.
00:45:26: Das ist jetzt sehr ein schönes Bild.
00:45:28: Das nehme ich mit.
00:45:29: Danke dir vielmals, Dorothea, für deine Offenheit, dass du mich oder uns mitgenommen hast in so, ja, dunkel und schwere Moment von deinem Leben.
00:45:37: Und ich wünsche dir ganz viel Zuversicht für alles, was noch kommt.
00:45:41: Danke dir.
00:45:41: Danke vielmals.
00:45:44: Das Bild mit den zwei Glässern in den Brüllen nehme ich mit aus dem Gespräch mit Dorothea.
00:45:50: Mich tunkt es, dass passt in ganz verschiedene Lebenssituationen rein.
00:45:55: Am Anfang dieser Folge sagte ich, wenn ich das Thema Suizid beschäftige und du mit jemandem reden willst, dann habe ich verschiedene Angebote in der Show Notes verlinkt.
00:46:04: Von Selbsthilfegruppen für Hindertebleibene von Suizid zu Anlaufstellen, wo du dich schmelden kannst, wenn du selber Suizid Gedanken
00:46:12: hast.
00:46:13: Findest du die Folge für dich und für andere hilfreich und interessant?
00:46:17: Dann darfst du sie sehr gerne weiter empfehlen.
00:46:20: Und wir freuen uns auch über deine finanzielle Unterstützung.
00:46:23: Er ist ein Medien, der diesen und andere Podcasts produziert, lebt von Spenden.
00:46:28: Wenn du einen Pazzen geben willst, geht das am besten über den Link in der Show Notes.
00:46:33: Danke vielmals.
00:46:34: Ich freue mich, wenn du auch in zwei Wochen wieder dabei bist.
00:46:38: Ich bin Eveline Gwecknacht, bis gleich.
00:46:40: Endlich leben.
00:46:41: ein Podcast von EREF Mediaschweiz.
00:46:44: Mehr auf erefmedien.ch schrägstrich podcast.
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