50 Todesgedanken pro Tag – mit Julia Bodmer

Shownotes

Julia Bodmer kennt kreisende Gedanken, Rückzug und Verstimmungen schon seit ihrer Kindheit. Als sie Mitte 20 ist, ziehen schwere Depressionen wie schwarze Wolken in ihr Leben. Sie sagt: «Depression ist Aggression gegen innen.» Aus dieser Depression und Lebensphase will sie sich erlösen: Todes- und Suizidgedanken kommen auf. Ihre Todessehnsucht nimmt stetig zu. Bis zu 50-mal am Tag wälzt sie Gedanken rund um das Thema Suizid. Verschiedene Klinikaufenthalte, Wiedereingliederungsversuche ins Arbeitsleben und professionelle Unterstützung begleiten sie durch den Alltag. Und doch bleibt: «Die Freude fühlt sich wie weggesperrt in einen Kerker. Die drängenden Gedanken zum Selbsttod werden immer stärker.» So formuliert Julia Bodmer ihre Gedanken rund um Weihnachten 2019 in ihrem Tagebuch. Diese Gedanken, formuliert in verschiedenen Gedichten, liest Julia auch im Podcast vor.

Kontakt: Wir freuen uns sehr über Feedback, Fragen oder Themenwünsche via Webformular erf-medien.ch/podcast.

Zu hören in dieser Folge: Julia Bodmer ist 34 und schliesst zur Zeit die Ausbildung zur «Pflegefachfrau Psychiatrie» ab. Zwischen 2018 und 2020 war sie wegen Depressionen und drängenden Todesgedanken sowohl in stationären Kliniken als auch in ambulanter, professioneller Betreuung. Heute geht es Julia wieder besser. Sie sagt selbst: Ich stehe wieder im Leben. Über Ihre Geschichte spricht sie, um Tabus und Stigmas aufzubrechen, die sie rund um das Thema Psyche und Todesgedanken feststellt. Ihre Abschlussarbeit widmet sie dem wichtigen Thema Angehörigenarbeit. Anfangs 20 und bis 2014 spielte Julia Bodmer noch Tischtennis auf höchstem Niveau, klassierte sich auf nationalen Turnieren auf den vorderen Rängen und gewann die Schweizermeisterschaft.

**Autor und Host: ** Jan Lobsiger

Links: Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143 Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 Reden-kann-retten.ch Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858 Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen Selbsthilfegruppen Verein Familientrauerbegleitung.ch

Transkript anzeigen

00:00:01: Endlich leben.

00:00:02: Oder auch endlich leben?

00:00:04: Ja, beide sind miteinander zu tun!

00:00:06: Weil wenn wir wissen, dass das Leben endlich ist, dann können wir auch endlich Leben.

00:00:11: Und über den Zusammenhang zwischen Tod und Leben reden wir in diesem Podcast.

00:00:16: Wir treffen Leute, die sich mit Tod sterben und

00:00:19: Trauer auskennen

00:00:21: und fragen wie

00:00:22: sie mit ihrer Endlichkeit umgehen gehen.

00:00:27: Ich bin Jan Lopsiger und mein Gast bei «Endlich leben» ist Julia Bodmo.

00:00:32: Julia erzählt uns von einer Zeit, in der sie Ende zwanzig ist und weg Depressionen verschiedene Kliniken auftun, die eine psychiatrische Irrichtung hat.

00:00:41: Das Leben unter Alltag zu bewältigen war für Julia schwer – so schwer, dass der Wunsch sterben mit Todes- und Suizidgedanken ein täglicher Begleiter wurde.

00:00:54: Wir thematisieren diese Gedanken in diesem Gespräch!

00:00:58: Man ist so eingegangen mit dem Blick und man läuft durch die Strasse und sieht einfach Eigsmöglichkeiten, wie man das Leben beenden kann.

00:01:06: Es ist nichts mehr anderes als im Kopf.

00:01:10: Es dreht sich alles um.

00:01:11: das sind Gedanken wo sich manchmal nach einander fünfzehn Mal abgespielt haben in mir.

00:01:16: Julia war über Jahre schwer depressiv, kämpfte mit ihrer psychischen Gesundheit, kämmte mit ihrem Leben?

00:01:25: Ich beschreibe es immer so wie ... Wenn man ausschaut, ist alles bunt und farbig, hell, zunnerscheinend.

00:01:32: Und das habe ich nicht mehr wahrnehmen können.

00:01:33: Es ist wie eine Dunkelheit, die sich über mein Leben gezogen hat.

00:01:39: Genau wie ein Nebel, der so alles einnimmt und sich sehr einschränkt.

00:01:45: Wie fühlt es sich an, wenn sich der Tod im Kopf eingenischt hat?

00:01:50: Julia hat für unsere Podcast-Folge extra ihren Tagebuch aus dieser Zeit zwischen dem Jahr und dem Jahr.

00:01:59: Sie liest ein paar Mal aus dem Tagebuch vor, und das geht untertut.

00:02:05: Halt es kaum mehr aus!

00:02:07: Ich bin auf Hilfe angewiesen, deshalb werde ich erneut in die Klinik eingewiesen.

00:02:14: Am XXIII.

00:02:15: Dezember trete ich ein, während dieses Weihnachten nicht bei der Familie sein.

00:02:21: Die Freude fühlt sich wie weggesperrt in einem Kerke, die drängenden Gedanken zum Selbsttod werden immer

00:02:29: stärker.".

00:02:31: Mir ist an dieser Stelle wichtig – vielleicht kennst du diese Gedankenwelt oder hast erfahrene Erlebnisse mit Suizidgedanken?

00:02:39: Hilf.

00:02:40: mögliche Anlaufstellen, darunter die Telefon-Hotline mit den Nummern «Eis, vier, drei» sind in den Shownotes verlinkt!

00:02:48: Aber jetzt zurück zum Podcast und ins Gespräch mit Julia Bodmer.

00:02:53: Wie lebt Julia heute?

00:02:55: Und was hat ihre Durchdunkelheit, die Gedanken- und Sehnsucht nach dem Tod geholfen?

00:03:03: Wir sitzen auf einer gemütlichen Couch zur Rüte im Zürich Oberland.

00:03:08: Julia Bodmann!

00:03:10: Danke bist du an der Bibi endlich zu lernen.

00:03:13: Es ist für Marianne das Format, wo ich meine Geschichte erzählen darf...

00:03:17: ...und diese Geschichte Julia, die hat sie in Sicht.

00:03:20: Hier reden wir von Todes-Suizeitgedanken für Depressionen.

00:03:27: Du hast mir etwas erzählt, das ich krass finde und zwar Zitate von dir.

00:03:34: Die ist gesagt worden, der Tod.

00:03:36: Julia schrieb dir ins Gesicht.

00:03:39: Man sieht dem dir an... Was ist dort passiert?

00:03:43: Was war das für eine Situation?

00:03:45: Und wie geht es dir heute?

00:03:47: Genau die Situation ist, dass ich in der Klinik war.

00:03:49: Ich habe dort ein Telefon geführt bei einem Fenster gestanden und es war wirklich eine schwierige Nachricht im Telefon.

00:03:56: Und ich sah dementsprechend aus.

00:03:58: Und jetzt schaue ich das zum Fenster runter und weiss, ob jemand neuseinklinik kommt zu mir ins Zimmer.

00:04:06: Und diese Person läuft zum Eingang, sieht mich da oben stehen, sieht eben wie der Tod meines Gesichtes geschrieben ist.

00:04:13: Wie du einfach gerade reagierst auf... Auf das du gehörst am Telefon, oder?

00:04:18: Genau.

00:04:19: Das war ihre erste Eindruck von mir.

00:04:21: Es wurde dann von der Pfleckperson aufgeführt zu meinem Zimmer und ihr seht gerade den Laden runter, wo sie gesehen hat, dass es in ihrem Zimmer ist.

00:04:29: Und schlussendlich entstand eine supergute Freundschaft.

00:04:33: Die erste Eindung hat sich revidiert.

00:04:37: Wir waren beieinander sehr sympathisch und jetzt haben wir eine ganz gute Freundschaft, schon viel zusammen erlebt.

00:04:42: Also aus einer kleinen Begegnung ... ... ist eine Freundschaft geworden.

00:04:48: Und du, erzählst mir das... Du bist heute Mitte Dreißig.

00:04:52: Du hast einen enorm freundlichen Ausdruck im Gesicht!

00:04:55: Du lächelst viel und du stehst mit deinem Leben.

00:04:59: Wie geht es dir heute?

00:05:00: Wie geht's dir jetzt?

00:05:02: Ja ich stehe wieder mit beiden bei meinem Leben.

00:05:05: Ich kann meinen Alltag ganz normal meistern so wie alle von uns machen.

00:05:09: Ich kann hundert Prozent arbeiten gehen.

00:05:11: Ich bin gerade in einer Ausbildung und gehe meine Hobbys nachher.

00:05:14: Ich treffe Freunde, gute Kontakt mit der Familie.

00:05:18: Das hat einen langen Weg hinter sich.

00:05:21: Es sind mehrere Jahre, die das gebraucht haben, um wieder in den Zustand zu kommen und ich habe auch ganz viele Sachen dazu beitragen.

00:05:28: Zum einen die professionelle Hilfe.

00:05:30: Die Klinik, bei der ich wunderbare Therapien in Anspruch nehmen konnte.

00:05:34: Auch der Glauben hat mir extrem cool für diese Zeit.

00:05:37: Und ich bin mega dankbar.

00:05:38: Ich war an dem Punkt, wo ich vor ein paar Jahren gewesen bin.

00:05:42: So schön!

00:05:43: Mega stark!

00:05:43: Ich freue mich auch wirklich mega für dich.

00:05:47: Aber wir machen jetzt so eine Rückblende und gehen an den Punkt, wo man sagen kann, der Tod ist in deinem Kopf.

00:05:55: Und zwar gehen wir an Weihnachten im Jahr zwei tausend neunzehnt.

00:05:58: und wenn das grosses Privileg bei endlich Leben mit dürfen... ...in dieses Gedichtsbuch ihr loslassen!

00:06:05: Also das sind Moment, Wort wo du dir aufgeschrieben hast was dir so richtig schlecht ging.

00:06:12: und eben wie nach der Zwei-Tunzeig-Ninzen ist so ein Moment.

00:06:15: Und du liest uns jetzt vor, was du hier gefühlt hast, was da passiert ist.

00:06:22: Ja länder ich euch mit ihnen die Zeit halt es kaum mehr aus bin auf Hilfe angewiesen.

00:06:28: deshalb werde ich erneut in die Klinik eingewiesen.

00:06:31: Am XXIII.

00:06:32: Dezember trete ich ein, werde dieses Weihnachten nicht bei der Familie sein.

00:06:37: Die Freude fühlt sich wie weggesperrt in einem Kerke.

00:06:41: die drängenden Gedanken zum Selbsttod werden immer stärker.

00:06:47: Danke für diesen Blick hier hinter Kulissen.

00:06:49: eben sind Gedanken von einer Depression.

00:06:52: Was ist passiert?

00:06:54: Du Julia hast du hier ja müssen in eine Klinik gehen?

00:06:59: Ja am besten nehme ich dich gerade mit die weitere Ziele wo ich beschrieb, was die Depression in mir drin gemacht hat.

00:07:07: Das ist gut, ja?

00:07:08: Manchmal ist es anders als es scheint Sie in mich hinein.

00:07:12: meine Seele weint.

00:07:14: All die Hoffnung scheint wie Sand zu zerinnern.

00:07:17: Depression sagt man isst Aggression.

00:07:19: nach Innen Bin auch mit siebundzwanzig kein Genie.

00:07:23: setz meiner Zeit ab in der Psychiatrie Denn in mein Leben kam die dunkle Wolke der Depressivität.

00:07:30: Ich habe Leidensdruck und verliere jegliche Stabilität.

00:07:34: Ich bin überfordert, mit der Tatsache zu existieren.

00:07:37: Ich hab den Eindruck komplett die Realität zu verlieren.

00:07:41: Kann mir nicht mehr selber trauen?

00:07:43: Fange an wie meine eigene Realität zubauen!

00:07:48: Ja also geballt einfach eine Dichte an die Aufgang und Gedanken aus deinem Herz.

00:07:57: Konkret zu sagen, wie die Dunkelheit ausgesehen hat.

00:08:02: Wie vielleicht auch diese Realität, die du gebaut hast, ausgelesen hat.

00:08:06: und ja, vor allem auch noch ein bisschen... Was hat dich an diesem Moment geführt?

00:08:14: Es ist schwierig zu sagen was genau dazu geführt hat.

00:08:19: Tatsache ist dass es länger schwieriger geworden ist Freude zu empfinden.

00:08:28: sind wir Ja, Hoffnung, was verloren gegangen ist.

00:08:32: Ich kann nicht genau sagen wieso.

00:08:34: Wahrscheinlich eine angestellte Sammlung von nicht verarbeiteten Sachen aus Kindheit und Jugendzeit.

00:08:42: Als ich immer abgeschluckt habe, nie ausgesprochen habe... Das hat sich wie angesammelt, das war die Agation, die sich nach innen gewendet hat.

00:08:50: Nicht nach aussen, nicht laut.

00:08:52: So eine Leislinge in mir drin.

00:08:54: Es hat mich langsam aufgefressen.

00:08:58: Und ja, es war sehr ein dunkle Zeit.

00:09:02: Ich beschreibe das immer so wie wenn man ausschaut ist alles bunt und farbig, hell, zunnerscheinend.

00:09:10: Das habe ich nicht mehr wahrnehmen können.

00:09:11: Es ist wie eine Dunkelheit, die sich über mein Leben gezogen hat.

00:09:16: Genau wie ein Nebel, der alles einnimmt, was sich sehr einschränkt.

00:09:22: So würde ich das beschreiben.

00:09:23: Aber wo hat es bei dir eingetrunken?

00:09:27: Hast du das Kind schon gespürt?

00:09:29: Hast Du das als Teenie gespürt?

00:09:32: Kannst du uns noch etwas sagen, wenn das los ging?

00:09:39: Ja es sind verschiedene Erlebnisse.

00:09:42: Vor allem in der Jugendzeit habe ich das schon häufiger wahrgenommen, dass ich sehr viel am Denken bin, manchmal sehr in mich gekehrt bin und dort auch schon so richtig solide Gedanken hatte.

00:09:59: Das ist ein Erlebnis, den ich gemacht habe... Die Entscheidung meiner Eltern war ein prägendem Moment, in dem mein Vater ging.

00:10:12: Es hat sich normal eingestellt, aber es ist doch ein grosser Verlust gewesen.

00:10:19: Das Ganze hat sich zugespitzt im Jugendalter.

00:10:22: Ich hatte einen ersten Freund.

00:10:25: Beziehungsweise nicht so gut ausgeholt.

00:10:31: Dann sind noch mehr Sachen dazu gekommen und ich habe nie geschafft ... Luft zu verschaffen.

00:10:36: Es ist immer alles einfach in mir drin gewesen und das hat sich angestaut und summiert.

00:10:42: Und da kann man dann sagen, eben... ...summiert bis zum... Ja, bis es dich verjagt.

00:10:54: Mit Gekti-Dreischen.

00:10:55: Da kann man sagen sind so Kliniken aufenthält.

00:10:59: Drei kommen.

00:11:02: Dort gibt es ja... Todesgedanke?

00:11:08: Kannst du dir umschreiben oder beischreiben?

00:11:12: Genau, es war wie so ein Moment, in dem ich die ganze Hoffnung verloren habe.

00:11:19: Die ganze Selbstwerte ist zusammengebrochen und ich hatte das Gefühl niemand liebt mich mehr.

00:11:27: Obwohl er es nicht gestimmt hat.

00:11:28: Ich habe eine Familie, die mich sehr liebt.

00:11:31: Wir haben gute Freunde aber ich habe immer mehr zurückgezogen, immer mehr isoliert.

00:11:36: Ja, dann haben sich die Gedanken ein wenig ausbreitet.

00:11:40: Und schlussendlich habe ich überall, wo ich war, irgendwelche Möglichkeiten gesehen, wie wir das Leben beenden können.

00:11:48: Ich war sehr eingeschränkt auf das und bin mega froh, dass es nicht so weit gekommen ist.

00:11:53: aber es hat mir in dieser Zeit mega Angst gemacht und das war auch der Grund, warum meine ambulante Therapeutin gesagt hat, jetzt wird Zeit für Klinik offenthalts weil das nicht mehr so zu handeln gewesen ist Weil ich mir selber nicht mehr über den Weg gedroht habe.

00:12:06: Ich hatte keine Angst, dass ich etwas mache, was ich eigentlich nicht will.

00:12:11: Aber ohne keinen anderen Ausweg mehr zu sehen.

00:12:13: Aber ich stelle mir das mega krass vor, Julia!

00:12:19: Du bist ja als junge Frau... ...dreist du die Gedanken?

00:12:24: Hast du noch Zugriff gehabt, weisst du, als Leben sonst im Sinn von vielleicht auch vergleichen oder...?

00:12:31: Denkt, so wie jetzt die hätte ich es auch gerne oder so wie der.

00:12:36: Und hey, ich gehe gegen die Dreißgebe, ich müsste voll im Saft sein aber... Ich kann nicht!

00:12:44: Weisst du?

00:12:45: Kannst du uns dort nochmal mitnehmen?

00:12:47: Dann würde ich dich das gern verdäufen mit diesen Todesgedanken.

00:12:50: Aber noch mal auch... Ja, was für einen Punkt warst du auch einfach in deinem Leben hier?

00:12:59: Also ein grosses Vergleich habe ich mir nicht.

00:13:00: Es ist sehr eszentriert auf sich selber, auf die eigenen Probleme und wie soll ich sagen?

00:13:10: Die ganze Sicht ist mega eingegangen.

00:13:15: Man hat nicht mehr viele Perspektive, man hat nicht viel, um sicher festzuhaben.

00:13:20: Das hat wie alles an Bedeutung verloren.

00:13:23: Wirklich auch sogar Menschen haben wir

00:13:26: nichts mehr bedeuten.

00:13:27: Das ist unglaublich!

00:13:30: Aus einer Aussicht ist auch ein Stück weit schwer noch vollziehbar.

00:13:37: Aber es ist eigentlich wie eine riesengroße System-Stöhrung, oder?

00:13:44: Hast du mir nochmal das Bild, dass ich es besser verstehen kann?

00:13:50: Ja, es ist wirklich... Ich kann das selbst nachvollziehen.

00:13:53: und es ist schwierig zum Nachvollziehen weil jetzt bin ich in einer anderen Lebensphase und manchmal möchte man auch schwer zurückzuerinnern Wie das dort war, ist nicht einfach wie einen schlechten Tag.

00:14:05: Man hat gerade kein Lust oder ... Es ist wirklich so etwas, was sich das ganze Leben durchzieht und es gibt keinen Ausweg mehr.

00:14:13: Du hast ja auch das eben in Gedicht Form packt.

00:14:20: Lass uns doch dir noch mal anlassen.

00:14:21: Noch einmal ein paar Gedanken, die eben das Thema Depression, der eben so schwer ist zu erklären und darüber zu reden, was du in Wort gefasst hast.

00:14:36: Das Leben erschlägt mich mit voller Wucht.

00:14:39: In mir drin die tode Sehnsucht.

00:14:43: Szenarien über Selbsttod in Dauerschlaufe, Grund warum ich jeden Abend Wortkass aufhebe... In mir hilft sich die Frustration meiner Diagnose schweren Depression.

00:14:58: Du hast Wortkack gesoffen!

00:15:01: Ja, das ist etwas, was leider gar nicht so selten vorkommt.

00:15:05: Dass man versucht sich selber zu medizieren und die Probleme zu verdrängen, Arbeitsschlücke.

00:15:13: Und ja ... Das hat sich gehäuft.

00:15:18: Kurzfristig brachte es vielleicht momentan leichter.

00:15:21: Aber es ist eine sehr schlechte Variante.

00:15:25: Was hast du sonst noch probiert?

00:15:28: Ja, sonst ist es schwierig.

00:15:29: Ich habe mir dann eben diese Hilfe gesucht Professioneller Form.

00:15:34: Ich hatte eine ambulante Therapeutin, die mir sehr viel im Leben weitergeholfen hat und sich manchmal stundzig genommen hat.

00:15:44: Genau wie ich die Möglichkeit habe anzuleiten, wenn es mir wirklich schlecht geht.

00:15:48: Also ein Psychologin oder eine Psychotherapeutin?

00:15:51: Eine

00:15:51: Psychiaterin ja.

00:15:55: Und schon sind wir auch in der Klinik auf dem Tal.

00:15:57: Da habe ich ganz viele Strategien und Sachen entdeckt, wo ich als Kind ... entdeckt und wie ein bisschen eingeschlafen sind.

00:16:04: Und wenn ich wieder entdecke, ist das sowohl zu schreiben als generell Kreativität.

00:16:09: Ich male auch Bilder.

00:16:10: Es gibt dann Ausdruckräume drin, sich auszubereiten.

00:16:14: Das hilft mir, mehr über die Luft zu verschaffen.

00:16:18: Die Todesgedanke, Julia Vien.

00:16:22: Wie fühlten Sie dich an?

00:16:24: Vor allem waren sie für Gedanken?

00:16:27: Ja, es hat sich nicht gut angefühlt.

00:16:29: Es war sehr schwierig, aber ... Man ist so eingegangen mit dem Blick und man läuft durch die Strasse und sieht einfach Eigsmöglichkeiten, wie man das Leben beenden kann.

00:16:41: Es ist nichts mehr anderes als im Kopf.

00:16:45: Das dreht sich alles um.

00:16:46: das sind Gedanken wo sich manchmal nach einander fünfzehn Mal abgespielt haben in mir.

00:16:51: Wahnsinn!

00:16:52: Ja

00:16:55: also eben wahnsinn sehr wegen fünfzehntmal.

00:16:59: Du hast ja Todesgedanken in Dauerschleife gehabt

00:17:04: Ja, so kann man das sagen.

00:17:07: Und du hast keine Suizidversuche unternahm?

00:17:17: Ich glaube es ist gerade schon mal gut und wichtig, dass man an diesem Punkt sagt... ...und da ist v.a.

00:17:29: spannend.

00:17:32: Also Halleluja über dem, dass du das nicht gemacht hast!

00:17:34: Aber warum nicht?

00:17:38: Warum sind's nur die Gedanken

00:17:40: geblieben?!

00:17:41: Hättest

00:17:42: du das schon differenzieren können oder?

00:17:47: Ja, man kann wirklich sagen Gott sei Dank ist es nicht so eingekommen.

00:17:51: Weil die Chance wenn man einen Suizidversuch gemacht hat ist die Chance viel höher was dann auch irgendwann sich wiederholt und für das bin ich sehr dankbar.

00:18:01: seit dieser Schritt nicht gegangen bin.

00:18:05: Es ist wirklich bei den Gedanken geblieben aber es war sehr zermürmend.

00:18:10: diese Gedanken Das ist auch der Grund, warum ich in einer solchen Klinik gehalten bin.

00:18:15: Weil die Gedanken überhand genommen haben.

00:18:17: Also weil ich wirklich nicht mehr gewusst habe, dann kann ich mich noch von diesen Gedanken genug distanzieren und deswegen braucht es den Schutz wie diese Kliniken sicherer Rahmen.

00:18:28: Wo man einfach ist und wo man angenommen ist wenn man ist.

00:18:32: Und viele Therapien in Anspruch nehmen.

00:18:36: Das sind in dieser Zeit auch viele Leute für mich bettet.

00:18:40: Ich glaube das war auch der Schutz von Gott mich von dem Bewort hatte, den Schritt zu machen.

00:18:48: Depression ist etwas, was man ein Stück weit aushalten muss und über die Woche sich zieht.

00:18:54: Aber es gibt Hoffnung.

00:18:56: Es gibt auch wieder einen Weg da raus mit der professionellen Hilfe, mit der Hilfe von Gott.

00:19:02: Das ist vieles möglicher.

00:19:09: Lass uns das noch ein bisschen umzeichnen und einordnen.

00:19:13: Wir reden jetzt eben um der Klinik auf dem Tal an Weihnachten, aber du hast schon vorhin noch dein See hinter dir aus dem anderen Klinik aufgeteilt.

00:19:31: Aus

00:19:33: weiteren Gliederungsversuche am Arbeitsmarkt und Unterstützung der EIV.

00:19:45: Bis zu diesem Punkt hat dich diese Dunkelheit Im Kopf, die Todessehenswüchte haben dich schon mega gebraucht und schon auf eine Reise geschickt.

00:19:58: Bis eben an diese Weihnachten im Jahr twointunzehn.

00:19:59: Kannst du uns noch ein bisschen in den Alltag mitnehmen, wo du in dieser Odyssee drin gehst?

00:20:06: Du hast bei Migros probiert wieder Lernen zu arbeiten, wieder zurückgekommen ins Leben.

00:20:14: Was hast du gemacht vor dem Zwei-Tunze-Ninzen?

00:20:19: Genau, es war eine lange Zeit.

00:20:22: Im Februar hat er das angefangen.

00:20:25: Ich hatte noch normale Arbeitsstelle und stand mit seinem Leben.

00:20:28: Du bist gelähmt und

00:20:30: hast die Erinnerung geschafft?

00:20:31: Ja, ich habe die Erinnernung geschafft.

00:20:37: Die ganzen Sachen, die sich angeschaut haben, sind wie langsam zum Überfluss kommen.

00:20:42: Und dann kamen aktuelle Probleme dazu.

00:20:46: Dann habe ich mich nicht mehr geschafft ... Ich kann arbeiten, häufig brüllen.

00:20:53: Es ging mir gar nicht gut.

00:20:54: Ich wusste nicht was mit mir los ist und auch nicht die Möglichkeiten der Kennt von Klinik oder Therapeuten.

00:21:02: Das war für mich etwas ganz Fremds.

00:21:03: Ich habe nie Medikamente in meinem Leben gebraucht und ich habe nie einen grossen Arzt gebrauchen.

00:21:08: Dann ging es auf einmal nicht mehr.

00:21:12: Ich hatte dann eine Freundin, sie nahm mich auf und schaute für mich.

00:21:18: Bis ich dann ... über den Hausarzt in eine Klinik heitraten.

00:21:23: Dort wurde noch eine leichte Depression diagnostiziert, das hat mich im ersten Moment etwas geärgert, weil ich denke, es geht mir richtig schlecht und dann sage ich habe eine lechte Depression aber später nicht verstanden wieso so eine leachte Depression ist, weil es noch mal schwieriger werden kann.

00:21:40: Und so kam es auch.

00:21:41: Ich bin von dort aus in einer Tagesklinik.

00:21:46: Das ging vierzehn Wochen, also wirklich lange Zeit.

00:21:50: Von dort aus konnte ich Arbeitsversuche über die Einfälle

00:21:55: machen.

00:21:55: Über drei Monate, oder?

00:21:57: Genau.

00:21:58: Über eine Quartalslänge eigentlich.

00:22:02: Als der erste Versuch war es tatsächlich längere Zeit.

00:22:05: Dort steigerte ich von etwa zwanzig Prozent bis fünftig Prozent über fünf Monate gesteigert.

00:22:11: Wieder probieren, eingestiegen und arbeiten.

00:22:14: Genau.

00:22:15: Dann ging das weiter mit einer... Mit von fünfzehn bis achtzehnt Prozent, die ich in Migran eine Chance bekomme um dort mitzuschaffen.

00:22:26: Und dort habe ich mich anscheinend gut angestellt.

00:22:28: Ich habe dann tatsächlich nach dieser Zeit wieder eine Feststellung bekommen.

00:22:33: Achtzehnte Migroschaffen bin jetzt sehr herzlich aufgenommen worden.

00:22:38: Bisher dankbar für diese Gelegenheit und dann ist es aber erst so richtig losgegangen.

00:22:43: Dann ist es mit der Anstellung einfach... Weisst du genau, was da in dieser Zeit passiert ist?

00:22:51: Aber es wurde einfach zunehmend schlechter.

00:22:54: Bis es dann zu diesem Klinik-Eintritt im Dezember

00:22:58: kam.

00:22:59: Und das ist sie eben... die Odyssee oder?

00:23:05: Wie steht man hier auf am Morgen?

00:23:11: Wie geht man ins Bett wenn sich alles im Kopf ums Hinfragen und sogar als Sterben trägt?

00:23:21: Also auf steht man eigentlich!

00:23:23: Nichts!

00:23:25: Man bleibt liegen, man bleibt lang liegen.

00:23:28: Weil man die ganze Nacht wach war, weil man nicht zum Schlaf gefunden hat.

00:23:34: Wir hatten wirklich ein massives Schlafproblem.

00:23:37: So den Tag-Nachtumkehr, also der Nacht viel wach und konnte nicht schlafen.

00:23:43: Es hat sich wirklich dreht in mir Hopf und dann für den halben Tag verschlafen, genau.

00:23:50: Und so eigentlich?

00:23:52: Kann man auch sagen, eine Handlungsfähigkeit über den Alltag verloren?

00:23:58: Genau ja.

00:23:59: Es strengt alles ein und das war nicht die Zeit, in der ich in der Klinik war.

00:24:04: Dort baut man langsam wieder so einen Tagestuck auf also man wird am Morgen geweckt.

00:24:08: Man geht an die Therapie.

00:24:10: Man hat einen geregelten Tagesablauf, hat regelmässige Mahlzeiten.

00:24:14: Das ist auch etwas im Inneren Depression zu sein, dass der Appetit sich vermindert.

00:24:18: Das war bei mir auch so.

00:24:19: Ich habe dann weniger gegessen Ich hatte keine Lust mehr, keine Freude mehr.

00:24:25: Auch nicht am Essen.

00:24:27: Hätte ich in dieser Zeit Klinik und mit dem meine ich auch eine professionelle Struktur, einen professionellen Rahmen eben in der Hilfe rund um psychische Probleme am Leben gehalten?

00:24:48: Ja also man kann das ein Stück weit sagen.

00:24:50: wenn ich die Klinika wäre, dann wüsste ich nur wie es heute noch da wäre.

00:24:53: Also ich bin sehr dankbar dass diese Hilfe gibt, damit ich das kennengelernt habe.

00:24:58: Es hat sich auch in den letzten Jahren viel getan.

00:25:00: Also so, wie man sicher drei Jahre vor fünfzig Jahren kennt, ist das nicht mehr.

00:25:03: Es ist wirklich ein Ort, wo man gesund werden kann und von vielen verschiedenen Therapien profitieren kann, die gut vor allem gesorgt wird.

00:25:15: Und wenn man sich auf diese Therapie einlädt, ist es ja vieles möglich.

00:25:20: Das ist einfach ein Punkt im Ankommen gegen deine Suizid.

00:25:26: Suizidalen Gedanken gegenüber diesen Todesgedanken.

00:25:30: Kannst du noch mal sagen, was würdest du als Sache ausmachen, die dir wirklich geholfen hat in dieser Zeit?

00:25:38: Was ich

00:25:42: vorhin schon erwähnt habe ist, dass der Glaube eine wichtige Ressource für mich ist.

00:25:46: Ich habe auch gesagt, dass mir zu einem Zeitpunkt auch Menschen gar nicht mehr bedeutet haben, dass ich keine Freude mehr an Tätigkeiten oder Besitz hatte.

00:25:59: Aber was es immer standgehalten hat, was eigentlich immer da war, ist der Glauben.

00:26:04: Dass die Tüfe wissen, das ist ein Gott, den ich liebte und was das Beste für mein Leben will und wo der Geber vom Leben ist eigentlich.

00:26:13: Und dass er auch immer bestanden hatte.

00:26:16: Das bin ich extrem dankbar.

00:26:17: Es ist nicht selbstverständlich aber es ist eine gute Hoffnung, die wir haben, dass hier etwas ist, was grösser ist als mir.

00:26:30: Wie du selbst gesagt hast, ist schon längere ein Thema.

00:26:32: Du hast in der Kindheit schon von Gott gehört und den Glauben kennengelernt.

00:26:41: Es kommt zu einer krassen Jesusbegegnung... ...in der Therapie!

00:26:49: Und ich glaube hier sind wir am Wendepunkt.

00:26:52: Genau zum Glaubensthema.

00:26:53: Ich habe das schon sehr früh entdeckt für mich.

00:26:58: Meine Mutter hat mich da... Mitgenommen in den Kielen.

00:27:01: Und wir haben wirklich... Also ich kann früher Erfahrungen machen, dass Jesus lebt und sich aus dem Leben verändern kann und immer wieder Sachen mit ihm erlebt.

00:27:13: Das hat wirklich durchgetragen.

00:27:16: Eben auch in diesen schwierigen Momenten.

00:27:19: Was ist das Konkret Jesus?

00:27:26: Als Gegenüber?

00:27:27: oder ist es ein Spiegellesen?

00:27:29: Oder ist es eine Gemahre von einem Kiel?

00:27:32: Aber was würdest du noch etwas fester machen?

00:27:34: Ich habe viele Sachen von allen Dingen gesagt.

00:27:37: Dass ich wissen, dass er hier ist und dass man mit ihm immer reden kann.

00:27:46: Gebet ist etwas, das mich schon viele Jahre begleitet.

00:27:50: Einfach mit Gott zu sprechen.

00:27:52: Immer Sachen anvertrauen.

00:27:55: Ich weiß, dass es den besten Plan für mein Leben hat.

00:27:58: Und eben so ist auch der Weg entstanden in der Therapie.

00:28:04: Ich war mit der Therapeutin in einem Gespräch.

00:28:08: Es ist eine Imaginationsübung gewesen, wir haben alles vorgestellt und können sagen, was ich von meinem Inneren gesehen habe.

00:28:18: Ich habe beschrieben, wie die Begegnung mit Jesus war, als ein Hausmeister so geleitet

00:28:26: wurde.

00:28:26: In dieser ... Imaginationstherapie?

00:28:31: Genau!

00:28:33: Ich war in einer solchen Wohnung, die ist kalt und düster.

00:28:40: Er hat mich aus dieser Wohnung rausbegleitet und hat mir eine neue Wohnung geführt.

00:28:46: Eine, die einen schönen Garten hat, wo wir zusammen auf der Liegestuhr gelegen sind und keine Personen drunken haben.

00:28:56: Das gab so den Schiff, das war der Wendepunkt.

00:29:01: Die Schlüsselübergabe der eine Wohnung, die ich mich nicht wohlgefühlt habe und es schwierig war.

00:29:08: Ich konnte diese neue Wohnung sein.

00:29:11: Es gab keine Person, sondern ein Zeichen für mich wurde von Lebensfreude.

00:29:17: Das Konntrat zum Wort hatte einfach etwas unbeschwertes, das ich mit Jesus geniessen kann.

00:29:25: Und die Schlüsselübergabe dieser Wohnungen war wirklich den Wendepunkt.

00:29:31: wie der Berg aufgegangen ist?

00:29:33: So stark und so ein mega schönes Bild.

00:29:36: Und ich glaube, um das auch noch einmal einzuschauen, nachher weil du bist so empfinde ich es als extrem schlau reflektiert.

00:29:45: Das ist nicht einfach ... Ja, wie schaust du auf diese Jesus-Begegnung zurück?

00:29:52: Also kannst du sie ja nicht im Sinn von... Was war das für einen Moment?

00:29:57: Weisst du, dass sich das auch ein Zuhörer in einem Zuhöhrer irgendwie vorstellen kann?

00:30:06: Ja ich verstehe, dass es auch schwierig sein kann zu einordnen.

00:30:10: Genau.

00:30:11: Weil gewinnen wir so nahe ja...

00:30:13: Aber es ist wie etwas natürliches.

00:30:16: Ich habe eine sehr bildliche Vorstellung.

00:30:21: also ich kann mir Sachen sehr gut vorstellen und ich glaube man kann mit Jesus Wenn ich mit dir rede, kann ein Gespräch mit ihm führen.

00:30:37: Es gibt auch Antworten und das ist mir schön zu wissen, es gibt immer wieder Antworten durch Sachen, die man erlebt.

00:30:44: Durch Menschen, die etwas im richtigen Moment zeigen.

00:30:48: Andere Leute sagen, dass es Zufall oder Schicksal ist.

00:30:51: Aber ich glaube, das ist Gott im Spiel, der Menschen auch braucht, um uns weiterzuhelfen.

00:31:01: Also die Gabri-Sonne, die nehmen wir jetzt ein Bild.

00:31:04: Die Mitte ist extrem stark.

00:31:10: Man kann sagen es kam bei dir wieder Licht ins Dunkel.

00:31:15: Aus Unterstützung wird wieder Eigenständigkeit.

00:31:23: Heute bist du am Punkt wo du sagst hey ich habe fünf gute Jahre jetzt auch gerade ich bin wieder zurück und ich stehe zurück im Leben.

00:31:34: Aber ich würde jetzt noch wissen, der Tod ... Der Tod im Kopf... Wie kann man mit dem Umgehen?

00:31:42: Und da ist ein grosses Thema von dir eben auch das Umfeld und die Angehörigen.

00:31:50: Da hast du mir im Vorfeld ganz einen bemerkenswerten Satz gesagt.

00:31:55: Depression betrifft nicht nur einen einzelnen Mensch sondern ein ganzes Umfeld Menschen umgehen, die Dunkelheit im Leben haben.

00:32:10: Die den Tod vielleicht sogar drehen.

00:32:15: Ja das sind gute und wichtige Fragen, was du da stellst.

00:32:17: also wie schon gesagt es ist ein ganzes soziales Netzwerk wo das betrifft.

00:32:25: Jeder ist irgendwo angehörigend, jeder ist irgendwo betroffenen Jeden.

00:32:31: kennt sich irgendjemand, ob psychisch krank ist.

00:32:33: Es ist sehr wichtig, das Thema zu reden.

00:32:38: Es wird immer noch stigmatisiert und deswegen machen wir es auch.

00:32:43: Wir erzählen die Geschichte, weil es eine Offenheit gibt für dieses Thema.

00:32:48: Das ist eine Motivation von dir?

00:32:49: Ja.

00:32:49: Ich

00:32:51: habe meine Familie, ich habe Freunde ... Ich hatte in dieser Zeit einen Mitbewohnerin, der es mitgetroffen hat.

00:32:59: auch nicht mehr gehaushaltet, ich bin nicht mehr aus dem Zimmer gekommen und das hat natürlich mit ihr auch etwas gemacht.

00:33:07: Und genau so in meiner Familie, ich war ja nicht nur das Weihnachten erschienen, das ist für sie natürlich auch ein Einschnittserlebnis gewesen, es war auch sehr bedrückendes Weihnachten.

00:33:16: Sie haben uns ihren Plan umstellen und deswegen ist es mega wichtig dass man die Angehörigen nicht vergisst.

00:33:25: Auch gerade im Kliniken, damit wir die Anhöhungen mit einbinden in der Therapie Dass man sich informiert, dass man ihnen auch erzählt was eine Depression ist.

00:33:35: Was macht das?

00:33:37: Denkt auch an E-Partnern.

00:33:39: Wenn man verheiratet oder in Beziehung ist, das macht viel mit dem Gegenüber.

00:33:46: Und ja, was man machen kann, ist sich über die Erkrankungen informieren.

00:33:52: Ja auf acht Personen Löcher mit Fragen.

00:33:56: Es braucht viel Verständnis für diese Person und ... Ja, es ist manchmal schon lange Durchstrecke bis es wieder besser wird und das muss man können aushalten.

00:34:08: Und diese Strecke, die du gegangen bist,

00:34:11: hat

00:34:12: auch einen grossen Wechsel im

00:34:15: Beruflichen

00:34:16: mit sich gebracht.

00:34:19: Du bist in der Ausbildung zur Psychiatriepflegerin und hast jetzt gerade deine Diplomarbeit rund um die Angehörigenarbeit geschrieben.

00:34:33: Was ist das Haupterkennnis von dir?

00:34:35: Ein Haupt, ein wichtiges Tipp an Angehörigen rund um Leute, die psychisch erkrankt sind.

00:34:48: Vielleicht sogar mit dem Tod als möglicher Ausweg, wie sie sich auseinandersetzen.

00:35:01: Ja so etwas megazentrales ... Ein Zitat aus einem Buch von jemandem, der das so etwas beschrieben hat mit Angehörigen.

00:35:10: Er schreibt, was alle angeht, können nur alle lösen.

00:35:14: Also es ist wirklich nicht ein Problem, das isoliert eine Person betrifft sondern in meinem Fall auch die Scheidung meiner Eltern war und ich musste verarbeiten.

00:35:26: Und dort kam es auch wichtig mit einer Angehörung ins Gespräch.

00:35:31: Es gibt so eine Möglichkeit, ein Systemsgespräch zu machen, wo man die Familie einlädt oder nach ihr angehörige Freunde miteinander unter den Tisch sitzt und über Themen spricht.

00:35:42: Ich glaube es sind Beziehungswesen, wir sind immer ständig in Interaktion mit anderen Leuten und dort entstehen Verletzungen enttäuschungen und diese Sachen prägen einem und das ist wichtig zum Anschauen.

00:35:55: Man kann nicht einfach irgendeine Schröble drehen und wie das wieder gut ist sondern es braucht ... Beziehungsarbeit?

00:36:03: Perspektivenlosigkeit, Dunkelheit.

00:36:07: Den Gedanken an Tod haben dich in die Kliniken auch gebracht.

00:36:13: Du gehst jetzt zurück in diese Klinik eben als ... Wie schon gesagt, das besuche ich ja drei Pflegerin.

00:36:21: Warum und was kannst du vielleicht gerade mit deiner eigenen Geschichte mitgeben?

00:36:30: Ich glaube, ich konnte viele Lebenserfahrungen sammeln.

00:36:33: Nicht zuletzt mit diesen schwierigen Erlebnissen und ich habe mich zu entschieden den Beruf zu ergreifen, weil ich sehr inspiriert war von den Pflegefachpersonen, die uns betreut haben.

00:36:47: Und ich glaube, dass ich Leute hoffentlich vermitteln kann.

00:36:52: Auch über den professionellen Weg kann ich Menschen helfen.

00:36:59: Ich glaube das ist eine gute Kombination!

00:37:01: Ich glaube, es sehen nicht alle Leute so.

00:37:03: Aber ich sehe das als sehr wertvoller Lebenserfahrung mit dem Fach, den ich habe.

00:37:09: Am Anfang habe ich die Geschichte von einer Person erzählt, die in der Klinik kam und meine beste Freundin ist.

00:37:18: Auch sie hat diesen Weg eingeschlagen.

00:37:20: Sie ist eine Pflegefachfrau, noch in Ausbildung.

00:37:25: Wir werden hoffentlich den Abschluss bald haben.

00:37:28: Und Menschen können darauf schwierigen Wegen begleiten.

00:37:33: So stark.

00:37:34: Und genau das wünsche ich euch auch ganz fest, dass ihr zwei mit euren besonderen Geschichten hier einen Impact könnt haben.

00:37:45: jetzt wir sind dabei endlich leben.

00:37:49: podcast wo sich auch um den Tod dreht.

00:37:52: was hast du jetzt auch rückblickend für ein Bild von Tod?

00:37:58: oder was macht das Wort Tod?

00:38:00: Mit dir, mit jemandem Todesgedanke gewälzt hat.

00:38:04: Suizidali Gedanke gehörte.

00:38:08: Es lässt mich extrem dankbar aufs Leben schauen, weil es jetzt wieder besser ist.

00:38:13: Ich muss sagen, der Tod macht mir nicht mehr gleich viel Angst wie damals.

00:38:20: Weil ich weiss das gibt auch ein Leben nach dem Tod und auf das freue ich mich extrem.

00:38:24: Aber ich habe mir als Ziel gesetzt, dass mein Leben noch voll auskostet.

00:38:29: Dass ich versuche meine Berufung zu leben also... Leute zuhause auf dem Weg.

00:38:35: Und ja, es wird ein richtiger Zeitpunkt kommen, in dem ich im Tod entgegen blicke und ich hoffe das ist noch viele Jahre hin.

00:38:45: Ich bin dankbar fürs Leben.

00:38:48: Dankbar auch für diese Erfahrungen.

00:38:49: war es eine schwierige Erfahrung aber es hat mich zu diesem Mensch gemacht, den ich heute bin.

00:38:54: Und das ist Julia Die allerletzte Frage, die ich dir erstelle und die stellen wir immer bei Endlich leben.

00:39:02: Was bedeutet Endlich Leben für dich?

00:39:08: Das ist eine gute Frage.

00:39:09: Eine schwierige Frage auch, finde ich.

00:39:12: Ähm... Endlich leben denke ich über die Zeit im Moment zu leben.

00:39:18: Nicht in der Vergangenheit, nicht in Zukunft sondern hier und jetzt.

00:39:23: Das ist den Moment wo wir beeinflussen können, das ist den moment wo wir uns eingehen können.

00:39:31: Und ähm.. Das fühlt dann nicht so Depressionen aber um hier und jetz lebt es.

00:39:37: Depression ist viel um die Vergangenheit zu drehen.

00:39:41: Angst, Problematik ist viel sich in der Zukunft bewegen und das echte Leben findet im Hier und Jetzt statt.

00:39:49: So stark!

00:39:51: Vielen Dank Julia für dieses tiefe Gespräch, für diese Einblick was du gegeben hast in deine Lebensgeschichte und ich wünsche dir... ...die Helligkeit Das Licht, das gerade draussen ist an diesem herrlichen Frühlingstag zurück und wünschen dir alles Gute auf deinem Lebensweg.

00:40:17: Gerade mit dem Abschluss, wo du trabisch und bald hast für Psychiatriepflege.

00:40:24: Und danke dir einfach vielmals fürs Gespräch!

00:40:27: Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei dir Jan und beim Team und finde es schön, dass wir diesen Podcast dann drehen können.

00:40:36: Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Lebenswagen.

00:40:39: Julia Bodmer und ich haben in diesem Gespräch gar nicht darüber gesprochen, dass sie vor ein paar Jahren auch zu den besten Tischtennis-Spielerinnen der Schweiz gehört hat – mit einem Schweizer Meistertitel inklusive.

00:40:52: Manchmal sei sie vom Match und grossen Sieg direkt zurück in die psychiatrische Klinik.

00:40:58: Ich habe ein extrem spannendes Gespräch mit Julia gefunden.

00:41:01: Und wie du gehört hast, fehlen und suche ich manchmal auch die Worte.

00:41:06: Unsere psychische Gesundheit ist komplexes und nicht einfach zu verstehen.

00:41:11: Und so kann es auch bei Julia, das hat sie mir gesagt, dunkle Momente immer noch geben.

00:41:15: Aber sie hat einen Umgang damit gefunden, ist professionell begleitet.

00:41:19: Hilfe, mögliche Anlaufstellen rund ums Thema Sterbengedanken, Suizid ... Die Runde der Telefon-Hotline mit den Nummern «Eis, vier, drei» sind in den Shownotes verlinkt.

00:41:30: Das war es mit dieser endlich lebenden Folge mit Julia Bodmer und Mia – einem Jan Lopsiger!

00:41:36: In zwei Wochen übernimmt wieder Evelyn Gutknecht.

00:41:39: Es freut uns, wenn du auch dann wieder bei «Endlich leben dabei» bist.

00:41:44: Auf Wiederlosen und Tschüss!

00:41:46: Endlich

00:41:48: Leben.

00:41:48: ein Podcast von RF Mediaschweiz.

00:41:51: Mehr auf erfmedien.ch.

00:41:53: schrägstrich-podcast.

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