17 Jahre hoffen und beten – dann stirbt Simone – mit Andreas Loos

Shownotes

Wie geht man damit um, wenn eine Krebsdiagnose nach der anderen die Hoffnungen zerschlägt? Wie begleitet man einen geliebten Menschen in den letzten Stunden – und findet danach selbst wieder Halt?

Kontakt: Wir freuen uns sehr über Feedback, Fragen oder Themenwünsche via Webformular erf-medien.ch/podcast.

Zu hören in dieser Folge: Andreas Loos ist Co-Leiter des Arbeitsbereiches «Fokus Theologie» der Reformierten Kirche Kanton Zürich. Zudem arbeitet er als Podcaster für die Podcast- und Blogplattform «RefLab». Fast 30 Jahre war er mit Simone Loos verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Zwischen 2006 und Simones Tod im Sommer 2023 wurde bei ihr viermal Krebs diagnostiziert. Für Andreas war dies eine Zeit, in der er Hoffnung und Zuversicht neu definieren musste. Mehr von Andreas Loos gibt es im Theologie-Podcast «GeistZeit» von RefLab zu hören, den er zusammen mit dem Theologen und Dozenten Thorsten Dietz produziert.

Autor und Host: Jan Lobsiger

Links: https://www.reflab.ch/category/podcasts/geist-zeit/ https://open.spotify.com/show/0VL78UmYBlxb2bckaVIidj?si=03a9b53b505f42c9 https://erf-medien.ch/services/podcast/ https://erf-medien.ch/sinnvoll-spenden/

Transkript anzeigen

00:00:01: Endlich leben.

00:00:02: Oder auch endlich leben?

00:00:04: Ja, beide sind miteinander zu tun!

00:00:06: Weil wenn wir

00:00:07: wissen, dass

00:00:08: das Leben

00:00:08: endlich ist, dann können wir auch endlich leben.

00:00:11: und über den Zusammenhang zwischen Tod und Leben reden wir in diesem Podcast.

00:00:16: Wir treffen Leute, die sich mit

00:00:17: Tod sterben und Trauer auskennen und fragen wie sie mit ihrer Endlichkeit umgehen.

00:00:26: Endlich leben ist zurück aus den Sommerpausen.

00:00:29: Schön bist du wieder oder vielleicht auch neu bei diesem Podcast dabei, der mir über die Endlichkeit von unserem Leben redet?

00:00:37: In dieser Folge geht es um hoffen, betten, enttäuschigen und dann um den Tod.

00:00:43: Während siebzehn Jahre sind bösartige Krebs mit der Stase bestrahlings- und Chemotherapie ein Teil des Symonellos in ihrem Leben gewesen.

00:00:52: Vor drei Jahren starb er mit acht vierzig Jungen.

00:00:56: Ich,

00:00:57: Jan Lopziger rede in dieser Folge mit Simone Ihrem Ehemann Andreas los.

00:01:02: Über ein paar Punkte aus diesen siebzehn Jahren zum Beispiel über Behandlungszeit nach der ersten Bruschkrebsdiagnose im Jahr zwei tausend und sechs.

00:01:11: Wenn du gemeinsam mit deinen Kindern deiner Frau die Haare vom Kopf rasierst damit du den Eindruck hast Wir sind nicht Opfer, weil die Haare langsam ausfallen sondern du kommst dem zuvor und sagst wir entscheiden uns.

00:01:26: Und dann hey wollen wir der Mama eine coole Frisur machen ja?

00:01:30: Und dann sitzt sie auf einem Stuhl und dann scheren wir ihr die Haar vom Haupt aber zwischendrin muss ich in die Küche verschwenden und musste

00:01:38: weinen.".

00:01:39: Formtod von der Simone hat es jeneste Moment der Hoffnung gegeben.

00:01:44: Hoffnungen wo aber immer wieder zerbrochen sind.

00:01:47: Ich erinnere mich halt, das hat sich tief in meine Seele eingebrannt.

00:01:51: Wenn dann die Kontrolltermine kommen und es ist ja dann mehrmals passiert der Krebs kam wieder im Jahr zehntausendzehnteinundzwanzig und ab zweitausendzehnundzwanzig wurden dann die zeitlichen Abstände oder Krebs ist wieder da wir müssen was machen.

00:02:08: Die wurden dann halt kürzeres waren dann nur noch nicht mehr Jahre sondern das war noch drei bis vier Monate bis dass Simone dann gestorben ist.

00:02:16: In der Nachbereitung und im Schnitt von diesem Gespräch berührt es mich tief wie echt wertschätzend.

00:02:22: Und auch für Andreas bis in jede Ecke, vor dem letzten Moment und Stunden mit Simone erzählt.

00:02:29: Da hatte sie mich ein paar Tage vorher auch angelächelt und gesagt, Andy wir brauchen nichts mehr miteinander reden!

00:02:37: Es ist alles gut ja?

00:02:40: Ich habe sie gesegend mit einem Kreuz auf der Stirn und ich habe sie nochmal geküsst auf die Stirn.

00:02:46: Und das Letzte, was ich von ihr weiss ist, als ich die Krankenzimmertür durch den Spalt zugemacht habe, sah ich, dass sie sich noch mal aufrichtete und so mit ihrer Schwester und ihrer Mama gesprochen

00:03:01: hat.

00:03:04: Reflab ist die Podcast- und Blogplattform der reformierten Kiel, Kanton Zürich.

00:03:13: Und hier schafft und steht Andy als Theologin und Podcaster in seinem wieder verhoffnend gefüllten Leben weiter.

00:03:22: Auch über diese Aktualität reden wir in diesem Gespräch.

00:03:28: Endlich lebt mit aus Züri und an den Mikrofon im Studio von Reflap.

00:03:35: Danke Andreas Los!

00:03:37: Darf ich?

00:03:38: Darf er mir da bei euch zu Gast sein.

00:03:41: Ich freu mich sehr, dass du deine Beine und dein Herz in die Hand genommen hast und bis hier sonst nach zurückgekommen.

00:03:48: Das hat für mich echt einfacher gemacht.

00:03:50: Sehr gern!

00:03:51: Das habe ich ganz gerne gemacht und ich freue mich.

00:03:54: Und dank dir jetzt schon Andreas, darf mir eine sehr berührende Geschichte eintauchen von deinem Leben.

00:04:02: Ja... Da geht es um ein Liebesgeschicht.

00:04:05: Da gehts aber auch um ...

00:04:06: und Verlust

00:04:08: von deiner Ehefrau langjährig, fast dreißig Jahre.

00:04:12: Und ja... Das ist krass!

00:04:15: Und da danke ich dir einfach vielmals, dass du uns mit auf den Weg nimmst.

00:04:20: Es ist ja immer ein zweischneidiges Schwert.

00:04:23: also man kann damit auch hausieren gehen, man kann das juristisch machen.

00:04:27: Ich hoffe ich kriege das gut hin, dass man jetzt.. Ich will auch nicht wahrgenommen werden, oh das is der Arme der deine schwierige Geschichte erlebt hat.

00:04:38: Das ist dann auch so ein Labeling, das ist so ein Framing.

00:04:43: Mir geht es aber in erster Linie auch um meine Kinder und natürlich in allererster Linien auch um die Frauen.

00:04:48: Da will ich keinen Blödsinn machen mit dieser tollen Geschichte, die wir gemeinsam miteinander teilen.

00:04:54: Genau da gebe auch ich mir Mühe, dass man das auf die richtige Art und Weise macht.

00:04:59: Ich wollte gerade fragen... Wie lernt man eigentlich, über so etwas zu reden?

00:05:05: Und das vielleicht schon mal voraus geschickt.

00:05:08: Genau drei Jahre her, als deine Frau Simone gestorben ist... Ja wie lernt wir über das zu sprechen?

00:05:19: Also ich glaube wenn man gute Freunde hat die einen kennen und wissen wie man den guten Freund zum guten Sprechen bringt Das wäre für mich glaube ich das Wichtigste.

00:05:35: Und dann kommt man hinein, dann macht man Erfahrungen.

00:05:38: Man macht Erfahrungen... Das hat mir jetzt nicht gut getan!

00:05:42: Da war zu viel gesagt, das war zu schnell gesagt.

00:05:47: und dann merkt man aber auch sehr wohl, wow dieses Gespräch hat mir selber geholfen zu verstehen was ist ja eigentlich passiert?

00:05:56: Es hat mir gutgetan es hat mir Hoffnung gemacht.

00:05:59: und das zweite finde ich das sind da nicht so die Direktem Gesprächspartner, wie wir jetzt face-to-face.

00:06:06: Sondern es sind dann Menschen die Bücher geschrieben haben und auch mit ihrer Hilfe lernt man drüber zu sprechen.

00:06:14: Die Sprache der anderen gibt uns eine eigene Sprache über die Geschichte unseres Lebens zu sprechen Und überhaupt erst im Erzählen entsteht ja auch diese Geschichte.

00:06:26: Niemand hat sie ja fertig in seinem Kopf und spricht sie nur noch aus sondern Sie wird ja erzählt.

00:06:33: Dann

00:06:34: können wir doch in die Erzählung drehen.

00:06:38: Simone, deine He-Frau!

00:06:41: Was war sie für ein Mensch?

00:06:43: Das muss ich so kennenlernen.

00:06:48: Ein toller Mensch mit allen Macken und mit allen Abgründen und mit aller Schönheit und mit der Begabung, die wir alle Menschen tragen.

00:07:00: was sie auszeichnet, ausgezeichnet hat.

00:07:03: Ich glaube, sie hat je länger je mehr selber entdeckt dass sie eigentlich eine Künstlerin ist.

00:07:11: auch das Muttersein hat ihr Spaß gemacht und auch die Entscheidung zu Hause zu bleiben sich um die Kinder zu kümmern in einer viel intensiveren Weise wie ich auch sich um unsere gemeinsamen Familien- und Haushaltsdinge zu kümmern.

00:07:29: Das hat ja auch Spaß gemacht, und sie hat das echt cool gemacht!

00:07:33: Aber je länger je mehr hat es sich doch gezeigt – Sie ist eine Künstlerin, und zwar hat sie fantastisch gut Klavier gespielt.

00:07:40: Es hat damit zu tun dass sie zeitlebensleider immer gesundheitliche Probleme hatte.

00:07:46: Sie war Asthmatikerin Sie war hoch, also hatte ganz viele Unverträglichkeiten, Allergien.

00:07:55: Und bis das man das vor vierzig-fünfzig Jahren erst mal richtig auch entdeckt hat was da abgeht.

00:08:03: Das hat bei ihr dazu geführt dass sie in die Welt der Musik und des Klavierspielens eingetaucht ist.

00:08:10: Ich will nicht wissen wo die gelandet wäre wenn die Musik studiert hätte und versucht hätte Konzertbearnissen zu werden.

00:08:18: Ich habe sie oft mein Spielechen genannt, weil sie war eben hauptsächlich Künstlerin und sie konnte nicht nur Musik und hat überragend Klavier gespielt.

00:08:30: Sie konnte auch extrem gut mit Texten also ihre Texte die sie geschrieben hat das war schon großartig.

00:08:38: Und ihr sind sechsundzwanzig Jahre verheiratet?

00:08:44: Im Vom Alter her ähnlich wie du.

00:08:46: Du bist jahrgang, neunzehnneinsechzig.

00:08:49: Was hat Simone für einen Jahrgang gehabt?

00:08:51: Sie

00:08:51: war sechs Jahre jünger als ich.

00:08:52: Ja.

00:08:54: Sie waren die Fünf-Siebziger-Jahre gang.

00:08:55: Ja... Hmm...

00:08:57: Sechsundzwanzig-Jahr-Ehe.

00:09:02: Das fixe Jahr füreinander.

00:09:04: ähm das äh ja das Team dann eben mit den Kindern.

00:09:07: Sechs und zwanzigjahr Ehe, siebzehr Jahren davor Ist Simone

00:09:14: deine

00:09:15: Frau krank

00:09:17: gewesen?

00:09:19: Wie hat sich das auf eures Familienleben ausgewirkt?

00:09:25: Das lässt sich eigentlich bis heute für mich nicht wirklich ganz erschließen, weil du gewöhntst dich da dran.

00:09:32: Und dir ist das ab einem gewissen Punkt eigentlich nicht mehr bewusst und es auch ganz gut so.

00:09:39: Ich denke oft wenn man das in Hollywood filmen sieht... Dann sieht man sowas und denkt, oh meine Güte.

00:09:46: Wenn mir so was passieren würde ... Man hat Angst davor!

00:09:49: Und ich kann nur sagen, man wächst da rein.

00:09:53: Man kann sich diese unglaubliche Situation an verwandeln.

00:10:00: Das wird in einer gewissen Weise normal.

00:10:02: Aber was sich natürlich schlagartig verändert hat ist Dass wir wussten, da braucht es jetzt eine gewisse Fokussierung.

00:10:13: Da geht nicht mehr alles so wie bisher zum Beispiel.

00:10:16: Die Kinder waren noch sehr jung also unsere Tochter Lene-Sophie war zwei Jahre alt und unser Sohn war fünf Jahre alt.

00:10:26: Biede erster Krebsdiagnose.

00:10:28: Als die erste

00:10:29: ... Jahrzehnte kam die erste Krebs Diagnose.

00:10:35: Da war dann halt sofort klar, wir brauchen Hilfe von außen.

00:10:38: Und zwar in einem richtig hohen Marsch.

00:10:41: Unser Nachteil war, dass unsere Eltern und damit die Großeltern weit weg waren.

00:10:45: Wir waren da eher in der Schweiz schon – im Basel.

00:10:50: Unsere Familien waren sechs bis fünfhundert Kilometer entfernt.

00:10:56: Aber sie haben uns trotzdem großartig geholfen!

00:10:59: Wir waren aber auch angewiesen auf die Hilfe der Freunde, die wir hatten.

00:11:04: Was sich auch geändert hat, ist eben dass du nochmal anders auf deine Kinder achtest.

00:11:09: Du musst dann halt umgehen mit der Möglichkeit und mit der Angst das die Kinder ihre Mama verlieren.

00:11:15: Und das war eigentlich das was mir am meisten zu schaffen gemacht hat.

00:11:19: ich habe die Kinder gesehen, die kleinen Kinder hab gedacht hoffentlich.

00:11:22: wir haben auch heftig gebetet dass die Kinder mit ihrer Mama aufwachsen dürfen und dass sie keinen Schaden nehmen dadurch und zugleich aber auch zu erfahren Kinder können das händeln.

00:11:35: Ich weiß noch, als die erste Diagnose kam wurden wir gut beraten im Unispital Basel und die haben gesagt sagen sie ihren Kindern nicht auf eine dramatische Weise aber sagen Sie ihnen dass die Mama erkrankt ist?

00:11:48: Und sie werden feststellen, die Kinder schnallen sofort was Sache ist!

00:11:50: Und genau so war es.

00:11:51: sehr schnell haben die Kinder gefragt ja stirbt die Mama da?

00:11:54: und dann haben wie gesagt Das ist eine schwerwiegende Erkrankung sie kann daran sterben Aber es aber vermutlich nicht weil Es gibt gute Möglichkeiten, dass das wieder gut und wieder heil wird.

00:12:08: Also es waren so die ersten großen Dinge, die sich dann natürlich geändert haben... Naja also das muss ich nicht groß sagen eine Liebesbeziehung ändert sich natürlich auf allen Ebenen wenn ein Mensch tatsächlich von so einer Krankheit heimgesucht wird.

00:12:22: Das muss man auch noch mal alles neu austarieren und ausverhandeln wie das jetzt läuft.

00:12:28: Und das hat auch lange gedauert Bis das auch ich einfach okay und fein war mit der Situation, dass der ganze Bereich der Intimität anders wird.

00:12:44: Dass die eigene Frau nicht mehr die Energie hat, die sie gehabt hat.

00:12:49: Das bestimmte gemeinsame Aktivitäten, die sehr schön waren, überhaupt nicht mehr stattfinden können.

00:12:55: Mein Traum war immer gemeinsam mit meiner Frau Sport zu machen.

00:13:01: Und jetzt Andreas, nimm uns doch gerade an den Punkt, dass wir das wie mal auflösen können.

00:13:07: Was ist die Diagnose gewesen?

00:13:10: Was ist diese Erkrankung?

00:13:11: Weisst du, wenn wir gerade an diesen krassen Punkten sind oder von Kindern, die Ärzte fragen haben, stirbt mein Mami?

00:13:19: An diesem Punkt, wo du sagst, sich eine Partnerschaft verändern kann, sich Themen wie Intimität, Zusammen-Sachen-Erlebensaktivität, was hat sie Monika?

00:13:32: Das war zuerst eine Brustkrebserkrankung und dann hat sie eigentlich die beste Diagnose bekommen, die man da bekommen kann.

00:13:42: Weil man es früh erkannt ist von der Art und Weise auch kein aggressiver Krebs so dass alle alle Anzeichen waren.

00:13:50: das gibt jetzt eine schwierige Phase das gibt Chemotherapie das gibt eine operativen Eingriff das gibt dann Bestrahlung Unfassbar, das war schwierig.

00:14:08: Wenn du gemeinsam mit deinen Kindern deiner Frau die Haare vom Kopf rasierst damit du den Eindruck hast wir sind nicht Opfer weil die Haaren langsam ausfallen sondern du kommst dem zuvor und sagst Wir entscheiden uns und dann hey wollen wir der Mama eine coole Frisur machen ja?

00:14:27: Und dann sitzt sie auf einem Stuhl und dann scheren wir ihr die Haar vom Haupt.

00:14:32: Aber zwischendrin muss ich in die Küche verschwenden und musste weinen, weil sie hatte schöne Haare.

00:14:39: Und wenn du das dann merkst, diese Jahre, das erste ein zwei drei Jahr ... Das war dann heftig!

00:14:46: Dann kommt sie wieder zurück, die Kräfte kommen wieder und wird sie für gesund erklärt Weil statistisch, wenn dann nach fünf, sechs Jahren kein Rezitativ mehr kommt.

00:14:57: Also der Krebs nicht wieder zurückkommt.

00:14:59: Dann hat man statistisch gesehen ist man eigentlich so im Bereich du giltst als geheil und dann ist halt das Krasse passiert, dass es im Jahr den Krebs wieder zurückkam in Oberarm Und ab.

00:15:11: da war dann ganz klar, dass es nicht mehr operierbar ist.

00:15:17: Also das ist jetzt endgültig hier.

00:15:19: Das ist nicht heilbar.

00:15:21: Das bedeutet aber auch kein Todesurteil.

00:15:23: Es war nie davon die Rede, sondern hat man gesagt... Da gibt es jetzt unterschiedliche Therapien, die wir anwenden können und eben siebzehn Jahre lang haben.

00:15:33: Ich sage erst mal ganz bewusst, die Schulmedizin hat uns unglaublich geholfen.

00:15:37: Wir hatten eine irrsinnig gute Betreuung im Unispital Basel und ich bin so dankbar für alle Beteiligten Ärzte und ja.

00:15:48: aber eben das ist dann eine krasse Zeit, die dann kommt.

00:15:53: Und da kommt eben ein Zitra, wo du auch sagst

00:15:57: was

00:15:58: laufend Hoffnige zerbricht Ja.

00:16:06: Hast du mir zwei, drei Geschichten vielleicht auch die Hoffnung, wenn man sie sich als ein Glas oder als einen Krug an Bodekeit vorstellt?

00:16:24: In diesen siebzehnten Jahren.

00:16:26: Was sind da zwei, Drei so Punkte?

00:16:30: Nein das erste ist natürlich immer hoffs, dass du verschont wirst Und wenn dann die Hyopsbotschaft kommt und der Krebs zuschlägt, dann musst du damit erst mal klarkommen.

00:16:45: Vielleicht kommen wir noch darauf, Simone hat für mich einen nach wie vor sehr bewundernswerten Weg gefunden mit dieser Krebserkrankung zu leben und glücklich zu sein!

00:16:56: Und diesem Krebs nicht zu gestatten, das entscheidende Wort über ihrem Leben zu sprechen.

00:17:01: Das ist sicherlich so eine Ur-Erfahrung.

00:17:04: wo du sagst die Hoffnung verschont zu werden wird jetzt zu einer glasklaren Gewissheit dass du nicht verschont wirst.

00:17:12: Ich erinnere mich halt es hat sich tief in meine Seele eingebrannt wenn dann die Kontrolltermine kommen und es ist ja dann mehrmals passiert der Krebs kam wieder Und ab dem Jahr ist es wieder so.

00:17:31: Wir müssen etwas machen, die wurden dann halt kürzer.

00:17:34: Das waren nur noch nicht mehr Jahre, sondern das waren noch drei bis vier Monate, bis dass Simone gestorben ist.

00:17:41: und dann sind da so die Ereignisse wo du denkst.

00:17:45: hoffentlich ist alles okay.

00:17:47: Hoffentlich sieht man nirgendwo was leuchten wenn das CT gemacht worden.

00:17:52: Und ich erinnere mich an eine Situation, wo Simone gar nicht ausreden konnte und wo ich das so schrecklich fand ihre Stimme zu hören.

00:18:03: Das Beben in ihrer Stimme am Telefon zu vernehmen... ...und ich während sie sagte dass der Krebs wieder da ist, ich schon angefangen habe....das war das erste Mal!

00:18:13: Es war wie so einer Art kleiner Zusammenbruch.

00:18:16: Ich hab ins Telefon gerufen nein, nein, das darf nicht wahr sein und habe geweint Und dann mussten wir uns erst mal schütteln und so.

00:18:24: Also viermal hoffen und bangen, oder?

00:18:29: Ja!

00:18:29: Bis die Krebserrankung von Simone zum Tod führt zwei Wochen

00:18:34: vorm

00:18:35: Tod.

00:18:36: Sagt sie dir ganz prägende Wort Sie haben mit Angst aber auch gleichzeitig mit Neugier zu tun auf

00:18:46: den

00:18:47: kommenden Tod so direkt gesagt.

00:18:52: Oder warum präget die Wort Dich und Welli sind es gewesen?

00:18:58: Es war in den Tagen, wo Simone sich ganz bewusst entschieden hatte.

00:19:02: so jetzt ist Schluss.

00:19:03: Es gibt keine weitere Chemo mehr auch auf Raten der Ärzte, die schon gesagt haben wir machen alles was sie wollen aber es gibt jetzt deutliche Anzeichen dass jede Chemotherapie sie eher schädigt als als ihnen gut tut.

00:19:22: Dann hat sie gesagt, ich bin austherapiert.

00:19:25: Sollte eigentlich ins Hospiz transferiert werden?

00:19:30: Es ging aber dann medizinisch so schlecht, dass sie wirklich Tag für Tag erheftig medizinische Unterstützung brauchten.

00:19:38: Aber was für Ort

00:19:39: hätte das stattgefunden,

00:19:40: also austherabiert?

00:19:42: Ist sie da auch zumal im Spital?

00:19:44: Sie wäre in einem Hospiz.

00:19:45: Kannst man noch sagen, was ist das für ein Ort?

00:19:48: Sie wurde die letzte Tag

00:19:50: sich

00:19:50: aufgespielt haben.

00:19:51: Ja, ich weiß es noch genau.

00:19:53: Ich hatte bei Campus für Christus und Zürich eine Weiterbildung Und dann rief Simone mich zum ersten Mal in ihrem Leben an und sagte Andreas kannst du kommen?

00:20:05: Ich schaffe es nicht mehr.

00:20:07: Mein Körper nimmt keine Flüssigkeit mehr richtig auf.

00:20:11: Ich bin komplett am Ende.

00:20:13: Ich muss ins Krankenhaus und als sie über die Platten vom Haus zum Auto kam, da dachte ich jetzt zieht meine Frau aus.

00:20:25: Und sie wird nicht mehr

00:20:26: wiederkommen.".

00:20:29: Das war auch so!

00:20:30: Dann war sie die letzten vier Wochen ihres Lebens im Unispital in Basel und ein Hospiz ist dann halt noch einmal eine Einrichtung wo man noch mehr dafür tun kann, dass ein Mensch der auf dem Weg zum Sterben ist alles bekommt was ihm gut tut.

00:20:52: In dem Moment wo man aber bestimmte medizinische Dinge sicherstellen muss ist dann die Frage bleibt der Patient?

00:21:00: Die Patientin im Spital oder geht es ins Hospital ins Hospiz?

00:21:05: und da sagt Simone zu mir an einem Abend sagt sie Andreas, ich hab Angst.

00:21:11: Ich muss es zugeben... ...ich habe auch Angst!

00:21:14: Ich weiß ja nicht was jetzt auf mich zukommt und wie das wird.

00:21:18: Aber weißt du, was erstaunlich ist?

00:21:20: Weißt Du, was das eigentliche Grundgefühl ist in dem ich irgendwie schon seit Tagen lebe?

00:21:25: Und ich sag keine Ahnung Simon, musst Du mir erzählst

00:21:28: mir?!

00:21:29: Dann sagt sie allen Ernstes, ich bin so neugierig auf das, was jetzt kommt.

00:21:36: Das war Das war eine Art der Hoffnung.

00:21:42: Es ist eine Hoffnung, die den Super-Gau integrieren kann... ...die Vergänglichkeit des Lebens und die Endlichkeit des Lebens,... ...die nicht mehr dagegen hoffen muss.

00:21:53: Also die nicht mehr hoffen muß.

00:21:54: ich hoffe das nicht chemo mir nochmal Zeit kauft!

00:21:57: Ich hoffe dass ne Therapie mir vielleicht noch mal ja mich gesünder macht oder vielleicht sogar heilt.

00:22:04: diese Hoffnung waren alle gestorben Ja aber Aber jetzt tauchte eine viel größere Hoffnung auf, nämlich die Hoffnung.

00:22:12: Auf Gott!

00:22:13: Da ist ein Gott der wird mich auf der anderen Seite meiner Endlichkeit und des Todes in Empfang nehmen.

00:22:22: Und was wird denn da wohl auf mich zukommen?

00:22:26: Das hat ihn nicht einfach so gesagt, sondern ihre Augen haben geleuchtet... Die war wirklich neugierig und die hat da was leuchten sehen, was du wohl nur siehst wenn du selber in so einer Situation bist.

00:22:42: Und das hat mich bleiben fasziniert!

00:22:44: Wenn ich nicht live erlebt hätte dass ein Mensch so hoffen kann und dass das funktioniert also dass ein mensch durch diese Hoffnung bei größtem Leiden und Schmerzen und Elend im Unispital nicht verzagt sondern Also fast teilweise fröhlich bleibt und dankbar bleibt, fast bis zum Schluss.

00:23:09: Wenn ich das nicht erlebt hätte, würde ich es nicht glauben aber... Es hat funktioniert!

00:23:13: Sie hat uns sozusagen wie unter Beweis gestellt.

00:23:17: Und das ist eben alles am Unispital in Basel gesehen?

00:23:21: Ja.

00:23:21: Ihr seid ja noch nicht in das Hochspitz?

00:23:25: Simone ist dann im Unispidal Basel gestorben?

00:23:29: Ja

00:23:32: Wie hätt' die Frau?

00:23:34: Ausgesehen, wie hast du sie noch erlebt?

00:23:39: In deiner letzten Stunde an dem letzten Tag.

00:23:42: An deinem Todestag am siebzehnten Juli-Zwei-Tusig-Drujezwänzige.

00:23:46: Was war das für ein Tag, wo Simone gegangen ist?

00:23:50: Ja Es war eine Zeit, in der ich alles managen musste Weil Simone war so schwach, dass sie kaum noch Leute empfangen konnte Und ganz viele Leute wollten sich von ihr verabschieden.

00:24:08: Und es ging aber nur die Familie, ihre Geschwister und ihre Mama.

00:24:12: Ihr Vater war auch schon an Krebs gestorben ein paar Jahre vorher, sodass ich den ganzen Tag damit beschäftigt war, die Familien, die von weit anreisen sozusagen in Empfang zu nehmen, ein Stück weit zu betreuen.

00:24:26: Es war wunderbar, es war heiß, es was sehr heiß!

00:24:29: Wir waren ständig im Basel, im Rhein am Schwimmen.

00:24:33: Dann haben wir die Klingenthalphäre genommen und sind übergesetzt, da bist du sofort am Unispital.

00:24:40: Und ja dann waren die einen dort und wir haben gelacht und gegrillt und dann ging jemand rüber für eine halbe oder dreiviertel Stunde und kam zurück und dann haben wir so geguckt was geht?

00:24:53: Das war diese Zeit!

00:24:54: Dann war es natürlich schon so dass es ist nicht schön sehen zu müssen was Krebs mit einem menschlichen Körper anrichtet.

00:25:06: Also das ist wirklich krass.

00:25:09: Ja, ich kann schon ein Baubi-Spiel machen.

00:25:14: Ist es gewicht?

00:25:16: Ist es verändringlich oder ist es Ausdruck?

00:25:19: Ja alles!

00:25:20: Es ist eine große Erschöpfung.

00:25:23: Der Körper schwindet dahin und man stäunt wie viel der Körper überhaupt aushalten kann.

00:25:33: Das ist nicht schön also.

00:25:35: Ja Details möchte ich jetzt eben keinen nennen aber... Ich glaube, jeder kann sich das so ausmalen und weiß sowas aber trotzdem krass ist.

00:25:45: Die wahre Schönheit bleibt bis zum Schluss.

00:25:50: Das leuchten der Augen?

00:25:52: Der Gesichtsausdruck!

00:25:54: Bis zum Schluss habe ich es genossen meine Frau berühren zu dürfen in den Arm nehmen zu dürfen.

00:26:04: aus den Füßen massiert, aus den Armen massiert.

00:26:07: Ich habe sie wer weiß wie lang gestreichelt.

00:26:11: ich hab ihr die Schulterblätter gelockert weil dadurch dass sie nur noch gelegen hat was teilweise verkrampft und ich wurde erinnert es gibt ja diesen tollen Film ziemlich beste Freunde da geht Da geht dieser im Rollstuhl, dieser Querschnittgelähmte.

00:26:27: Geht ja ins Bordell und lässt sich dort die Ohren massieren und empfindet das total schön liebevoll – fast so ein bisschen auch was erotisches.

00:26:40: Ich sage das hier ganz vorsichtig!

00:26:45: Es war eine ganz tiefe Liebe und es war eine tolle Liebesenergie auch in diesen letzten Wochen wie's ging.

00:26:55: meine Frau zu berühren.

00:26:56: Ich habe sie enorm intensiv berührt und es war echt schön, ja?

00:27:01: Aber da kommst du morgens... Und abends kommst Du nochmal und dann siehst Du, es ist noch mal weniger geworden!

00:27:13: Die Details, die Leber war komplett befallen vom Krebs und der Lebertod ist eigentlich, ich sag jetzt mal schwierig ein angenehmer Tod weil Du schläfst vor lauter Erschöpfung dann irgendwann ein, weil das Blut so vergiftet ist dass es nicht mehr geht.

00:27:31: Und trotzdem waren die letzten zwei Tage extrem schwierig also der letzte Tag.

00:27:35: ganz konkret.

00:27:36: Ich war leider muss sagen ich war leider nicht dabei als Simone gestorben ist und zwar bis folgendes das wollte sie aber vermutlich auch so.

00:27:46: Ich war bei ihr und wollte ihrer Schwester und ihre Mama.

00:27:52: nachdem ganzen tag bei meiner frau gewesen war hatte ich das an sie übergeben weil wir wussten, dass dauert jetzt nicht mehr lange.

00:27:59: Wir haben dann einfach bei ihr gesessen und wenn sie noch mal aufgewacht ist oder so war jemand da.

00:28:04: Und dann kommen.

00:28:07: am Abend kommt meine schwiegermutter zurück und meine schwägeren und meine Schwiegtermutter weint und sagt Andreas stell dir vor die hat uns weg geschickt.

00:28:16: Die hat uns weggeschickt und hat gesagt es ist gut Ihr dürft jetzt gehen.

00:28:24: Und meine Schwiegermutter, die ihre Tochter gut kannte, hat gesagt Andreas jetzt ist es soweit.

00:28:29: Weil sie hatte das bei ihrem Mann erlebt der wollte alleine sterben und er hat dann auch dafür gesorgt dass er allein war und Es muss ein paar Stunden später gewesen sein so gegen Mitternacht Dass Simone eingeschlafen ist und Das fand ich erstaunlich.

00:28:52: Das bewegt mich bis heute.

00:28:54: und trotzdem Ich hätte sie ... äh, ich hätte sie gerne gehalten.

00:29:03: Was hast du ihre noch?

00:29:06: Ja was ist die nie letzte Begegnung denn gesehen?

00:29:12: Ich habe gesagt hey dann gehe ich jetzt es okay und sie sagt ja wir hatten auch vorher als wir merken die Kräfte schwinden und wir beide können auch gar nicht mehr viel miteinander reden da hatte sie mich ein paar Tage vorher auch angelächeln hatte gesagt Andi!

00:29:28: Wir brauchen auch nichts mehr miteinander reden Es ist alles gut, ja.

00:29:33: Und dann ... ich hab sie gesegend mit einem Kreuz auf der Stirn und ich habe sie noch mal geküsst auf die Stirn.

00:29:40: Das Letzte was ich von ihr weiß ist als ich das, dass die Krankenzimmertür zugemacht hat durch den Spalt, sah ich, daß sie sich nochmal aufrichtete und so mit ihrer Schwester und ihrer Mama nochmal gesprochen hat.

00:29:56: Wow!

00:29:59: Merci hast du uns auch.

00:30:03: Krasse Punkt auch genommen.

00:30:05: Aus dem Leben der Simone, aus deinem Leben.

00:30:09: Seit dieser Konfrontation mit dem Tod.

00:30:13: Was für ein Bild hast du?

00:30:16: Hier hast du heute keinen von diesem Ort, wo deine Frau angegangen ist.

00:30:23: Ich glaube mittlerweile, dass gute Theologie unter anderem entsteht wenn man die Frage nachgeht was tröstet uns am meisten?

00:30:34: Und es gibt die abstrusesten Spekulationen und Theorien über den Himmel, was ist das?

00:30:43: Ich habe das auch mal heftig verurteilt und theologisch auseinandergenommen.

00:30:46: Das mache ich nicht mehr!

00:30:49: Also ich zum Beispiel glaube nicht an die Unsterblichkeit der Seele.

00:30:53: Ich glaube unsere Seele stirbt.

00:30:56: aber wenn Menschen das tröstet und sie meinen theologische Argumentieren zu können dass das so ist okay mir tut es gut mir die Art, wie Simone lebt vorzustellen.

00:31:11: Ja auch als einen Ort aber eher als eine Art und Weise wie sie jetzt in einer anderen Wirklichkeit lebt.

00:31:18: auf ihrem Grabstein steht ein Hashtag.

00:31:23: Dieser Hashtack heißt Hashtags Aufgehoben.

00:31:27: Und viele Menschen fragen mich und finden dieses Wort aufgehoben total cool weil ihr Leben wurde aufgehoben.

00:31:32: also es wurde gelöscht.

00:31:33: Es ist nicht mehr da.

00:31:36: Aber aufgehoben bedeutet eben auch aufgehoben, ja wohin?

00:31:40: In Gott!

00:31:42: Ich bitte bis heute an Ihrem Grab.

00:31:44: glückseelig bist du Simone Los die Du versammelt bist in deinem Gott.

00:31:49: Du bist gut aufgehogen.

00:31:51: Das war ihr je länger, je mehr wichtig.

00:31:53: Sie hat diesen Hashtag.

00:31:54: Es waren ganz lange Hashtags.

00:31:56: Am Ende lautete der Hashtage unter wirklich restlos allen Umständen gut aufgehoben.

00:32:03: Ja sie hat das immer länger gemacht.

00:32:06: Und mir tut es gut... Ich habe mal zu Jesus gesagt hey wie war's als du sie zum ersten Mal an den Arm genommen hast?

00:32:16: Die fühlt sich gut an

00:32:17: oder?!

00:32:19: Hast du sie lachen gehört?

00:32:20: Hast du sich schon mal richtig lachen... Das vermisse ich am meisten, ihr Lachen.

00:32:24: Und übrigens warte mal ab wenn die zum ersten Mal Klavier spielt!

00:32:30: Also ich sehe Simone jetzt da wo sie ist.

00:32:33: Ich höre Sie Klavierspielen Ich höhe sie lachen Sie feiert das Leben Sie is frei von allen Einschränkungen Die sie in ihrem Leben so wundervoll ertragen hat Und das hilft mir.

00:32:50: Es hilft mir zu denken, sie lebt nicht viel anders als jetzt aber sie lebe ungehemmt und sie verwirklicht ihr Leben, ihr Glück und ihre Gaben und sie erfreut damit den ganzen Himmel.

00:33:02: Das glaube ich zutiefst!

00:33:05: Was heisst... ...Dot für dich oder was steckt hinter diesem krassen Worm, dem endlichen Worm mit diesen drei Buchstaben?

00:33:15: Jetzt auch aus deiner Geschichte, deiner Erfahrung.

00:33:18: Ja, wie beschreibst du das Wort Tod?

00:33:22: Das ist schwierig.

00:33:23: Aber man kann... Ich bin kein Vertreter dieser Theorie, dass man sagt ja der Tod gehört halt zum Leben.

00:33:32: Wenn man einfach mal das zu gibt, dass der Tod das Gegenteil von dem Leben ist, wie wir es heute kennen muss ich sagen Der Tod ist ...das ist der letzte Feind!

00:33:42: Das ist der Entgegner.

00:33:45: Und trotzdem trotzdem müssen wir uns alle mit der Wahrheit arrangieren.

00:33:49: Dieser Entgegner wird uns besiegen, da können wir machen was wir wollen, dann können wir über Longivity und Best-Ager und wir können alles einfrieren lassen an Eizellen und Samenzellen.

00:34:01: Wir werden.

00:34:02: eines Tages wird unser Leben hier beendet sein Und wenn man dem ins Auge guckt, dann verliert er tatsächlich etwas an seinem Schrecken.

00:34:15: Einerseits die Erfahrung macht einen anderen Menschen im Sterben und dann bis zum Tod zu begleiten, das gibt einem sehr wohl einen Eindruck für das was wichtig ist.

00:34:27: Für das was wirklich auch Glück ist in dem Leben.

00:34:30: Da werden die Dinge eine neue Perspektive gerückt.

00:34:34: so ist es mir passieren.

00:34:36: ich hoffe dass dieser Effekt bei mir nie aufhört.

00:34:40: Tod bedeutet für mich etwas Was nicht mehr seit Jesus Christus hinabgestiegen ist in das Reich des Tod, der Toten.

00:34:53: Gibt es eine Gegenwart Gottes bei den Toten?

00:34:57: Seitdem is' der Tod kein gottloser Ort mehr!

00:35:00: Er bleibt schrecklich, er bleibt etwas, wo ich sage gehört nichts zum Leben.

00:35:05: aber wenn da stimmt dass Gott... Dass der Tod nicht mehr gottloses und dass Gott den Tod so so durchwohnt hat, dass der Tod verwandelt worden ist ins Leben.

00:35:18: Jetzt kann ich das langsam denken und sagen ja dann ist er so eine Art Übergang.

00:35:23: Er ist der Übergangen auf einer anderen Seite von der wir nichts wissen.

00:35:28: Wir können nur spekulieren, wir können nicht beweisen aber er ist der Übergangsritus oder auch die Übergangsphase.

00:35:41: auch Neugier und Staunen angesagt, wenn man das mal verinnerlicht hat.

00:35:48: Und ich muss noch mit oder?

00:35:51: Wir haben jetzt immer wieder im Verlauf dieses Gesprächs von Gott gehört, von Jesus.

00:35:59: Ja du gehst dein Berufsleben lang aber als Theologi gehst du... ...gott auf

00:36:07: die Spur!

00:36:08: Und der Glaube prägt dein Leben den Christlichen Glaubern.

00:36:14: Und mit dem zusammen, glaube ich, kommt etwas, das dich bis heute auch begeistert.

00:36:21: Das ist Zuversicht und Hoffnung, noch zu jagen!

00:36:25: Gerade auch trotz dieser Geschichte, gerade auch mit der Geschichte des

00:36:31: Verlusts

00:36:32: von Simone, deiner Ehefrau... Ja wie kann man du?

00:36:39: Wie hat Simone?

00:36:42: aller krassische Punkt vom Leben.

00:36:45: Zuversichtlich und hoffnungsvoll Leben?

00:36:50: Ich sage es mal direkt ganz provokativ, weil wir irgendwie von Gott den Mut geschenkt bekommen haben, Hoffnung sterben zu lassen.

00:36:58: Und damit ist ja bei mir auch ein ganz konkretes Erlebnis verbunden als Simone-twanzig-einundzwanzig fast schon gestorben wäre, weil der Darm vom Krebs befallen war.

00:37:09: Da lag sie sechs Wochen im Unispital Und in dieser Zeit bin ich... eines Morgens an mein Kreuz gelaufen.

00:37:16: Das ist ein Kreuz fünf Kilometer weit weg von meiner Wohnung und an diesem Kreuz Hügelzug.

00:37:25: Ich lebe ja auf St.

00:37:26: Krishone, das ist der höchste Ort im Kanton Baselstadt und da ist ein ganz toller Hügel oder Berg.

00:37:33: Berg ist übertrieben aber ein Hügl und da kannst du wunderbar ellenlang durch die Wälder laufen.

00:37:37: und da steht ein kleines Kreuz und seit vielen Jahren habe ich dort als ein Zeichnter der Hoffnung so eine Idee so eine Grabkerze stehen.

00:37:46: Und in dieser Zeit war mir das ganz wichtig, weil dort leuchtete meine Hoffnung.

00:37:52: Wenn ich zu diesem Kreuz kam in der Dunkelheit des Morgens oder des Abends oder des Winters und da siehst du schon von ferne das zarte kleine Lichter dachte ich wow was für ein Zeichen der Hoffnung!

00:38:02: Ich ging hin also und wollte für Simone Ein kurzes Video drehen mit meinem Handy, in dem ich diese Kerze und das Kreuz und wollte ihr sagen hey hier oben brennt dein Licht.

00:38:12: Dein Licht ist noch nicht aus!

00:38:14: Und den verbrochenen Dort wird Gott nicht auslöschen und das zerbrochene Rohr wird er nicht abknicken.

00:38:23: und das letzte Wort ist noch meinem Kreuz diese Botschaft.

00:38:29: Dann komme ich zum Kreuz und die Kerze, dieses LED-Licht war von einem Menschen zertreten und zertrümmert worden.

00:38:38: Und dann habe ich dort eine Stunde zwei – ich weiß nicht wie lange – verbracht und Gott hat mich damals befreit von der Pflicht zu hoffen.

00:38:49: Wenn ich dieser Hoffnung nicht losgelassen hätte, dann hätte ich mich niemals so darauf konzentrieren können.

00:38:59: Das Leben ist endlich, meine Frau wird so mein Eindruck in naher Zukunft sterben.

00:39:07: Was ist jetzt dran?

00:39:09: Was is jetzt wichtig?

00:39:10: Was ist unwichtig?

00:39:12: Wofür setze ich meine Energie ein und wofür sitze ich sie nicht

00:39:16: ein?".

00:39:17: Und in einer ähnlichen Weise hat meine Frau das auch erlebt.

00:39:20: Und das muss man spüren!

00:39:22: Das ist durchaus etwas Spielerisches... Also Hoffnungen sterben zu lassen ist total wichtig.

00:39:31: Was dann passiert, ist das man merkt?

00:39:33: Ich dachte Hoffnung sei.

00:39:34: ich sage immer ich hoffe dass, ich hoffe das, ich hoffe das... Ne ne ne!

00:39:38: Das ist nur eine Art der Hoffnung was dann einzugehalten hat bei uns und bei mir ist.

00:39:44: Ich konnte nicht mehr sagen, ich hoffe das!

00:39:46: Ich hoffe dass Simone wieder gesund wird.

00:39:48: Dass sie nochmal ein Jahr oder mehrere Jahre leben darf.

00:39:52: Ich hoffe, dass wir noch mal in den Urlaub fahren können.

00:39:54: Nein, das war alles weg aber ich hoffe auf Gott.

00:39:56: was heißt das?

00:39:57: Ich hoffe und ich rechne damit, dass Gott uns an der Hand nimmt.

00:40:01: Dass wir diesen Weg nicht gottlos machen müssen.

00:40:04: Und das bedeutet für mich Hoffnung ist heute, dass ich habe eine komplette Verwandlung meiner Hoffnung erlebt.

00:40:10: Hoffnung is der Sinn für die Möglichkeit des Guten und dieser Sinn wird uns zugehaucht durch den Geist Gottes weil der Geist Gott, der heilige Geist ist der Geists der Hoffnung.

00:40:21: er heißt auch so, er heißt Angeld also Unterpfand Er heißt Anzahlung.

00:40:26: Das bedeutet wenn er kommt dann kommt er nie so, dass er sagt, das war es jetzt.

00:40:31: Jetzt bin ich komplett da!

00:40:32: Sondern er kommt aus der Zukunft von Gottesmöglichkeiten – das nennen wir ja Reich Gottes – und er kommt immer wieder, immer wieder und er hört nie aufzukommen und er wird nie zu Ende sein, dass Er uns erreicht.

00:40:48: Und das ist für mich Hoffnung mit der Möglichkeit zu rechnen, dass der Heilige Geist, das Gott durch den Heiligen Geist auch in meinem Leben dass gute eines Tages neu möglich macht, das ich sagen kann.

00:41:03: Ich werde Witwa!

00:41:04: Ich muss ein Leben entdecken, finden und kultivieren ohne meine Frau.

00:41:09: Ich habe keine Ahnung was und wie.

00:41:11: Ich weiß auch nicht, was ich da hoffen soll.

00:41:14: Ich weiss gar nichts aber eins ahne ich die Möglichkeit des Guten wird auch in meinem Leben offen gehalten und eines Tages werden sie wiederkommen, das Gute wird auch wieder zu mir kommen.

00:41:28: Und das lässt einen wirklich durchs Leben gehen!

00:41:31: Das lässt mich aushalten, das lässt mich trauern... ...das lässt mich aber auch wiederzuversichtlich werden.

00:41:38: so ganz vorsichtig ich möchte diese Hoffnung nicht mehr missen.

00:41:43: Und du umschreibst es ja auch ein bisschen mit diesen drei Wort Hoffen im Nebel?

00:41:49: Ja Und es ist ein Hoffen auf dem Boden der Realität.

00:41:53: Ja, ja.

00:41:55: Die letzte Frage Andreas Endlich leben heißt ein Podcast.

00:42:02: Was bedeutet endlich Leben für dich?

00:42:06: Ich finde das einen ganz tollen Titel.

00:42:08: Endlich Leben bedeutet für mich dass ich mich je länger je mehr anfreunden muss mit den Grenzen Mit der Begrenztheit und auch mit der ultimativen Begrenztheit meines Lebens im Sinne von Vergänglichkeit und Tod.

00:42:27: Und der Effekt ist jetzt folgende, Der Soziologe hat Motrosa – das ist dieser Soziologie, der sehr viel geforscht hat über Beschleunigung des Lebens!

00:42:37: Dann hat er ja gesagt wir sehnen uns nach Resonanz, nach resonanten Weltverhältnissen und so... Er hat mal festgestellt und hat gesagt unser Leben Wir beschleunigen unser Leben auch, weil wir die Verheißung auf ein ewiges Leben verloren haben.

00:42:55: Also er hat mal gesagt wer die verheißungen auf ein ewiges leben verloren hat ist dazu verdammt ein ewiges leben vor dem todleben zu müssen und ein ewigs leben vor dem tot leben zu müssen.

00:43:04: da fängst du an und packst Alles, alles was du kannst.

00:43:08: Was du konsumieren kannst!

00:43:09: Was du erleben kannst!

00:43:11: Du hast ja nur diese Lebenszeit, dann packst du das voll und dann fängt der ganze Stress um die Beschleunigung des Lebens an.

00:43:19: Und endlich Leben bedeutet der Tatsache ins Auge zu gucken und vielleicht eben auch zu hoffen es gibt für mich ein Leben nach dem Tod.

00:43:28: Das hat einen verlangsammenden einen glücklich machenden Effekt auf mein Leben vor dem Tod.

00:43:37: Ich glaube, dass wir auch gesellschaftlich aber auch ich persönlich einfach an einem Punkt sind wo wir ja merken unser Planet ist endlich und unsere Ressourcen sind endlich und das wird ihm ins Auge gucken.

00:43:53: Ich würde sagen nur wenn wir die Endlichkeit des Lebens zugeben landen wir nicht in der Verzweiflung, sondern landen letzten Endes in der Hoffnung.

00:44:05: Das hängt für mich ganz eng zusammen.

00:44:07: und dann kommen Momente wo du durchaus auch erlebst und sagst Boah endlich wieder!

00:44:13: Endlich empfinde ich mal wieder richtig Freude.

00:44:17: Endlich finde ich mein Leben als Witwa toll.

00:44:22: Wie cool ist das jetzt?

00:44:27: Aus meiner Depression raus.

00:44:29: Endlich kann ich die Medikamente absetzen!

00:44:33: Also, das finde ich dann auch toll wenn man dann sagen kann... Das Leben hat mich wieder geküsst und man konnte sich vorher gar nicht vorstellen wie ist das noch möglich?

00:44:45: Andreas, so küsse wünsche ich dir auf deinem Lebensweg weiter und sag einfach vielen Dank für dieses Gespräch.

00:44:55: Ich danke dir.

00:45:00: Ich habe mich rund um den Podcast ein paar Mal versucht vorzustellen, wie es ist, wenn man mit so vielen Horror- und Hieopsbotschaften rund um die Gesundheit und das Leben des Ehepaars vom Mami der Kind konfrontiert ist.

00:45:12: und ich staune wie Andreas und Simone, damit umgegangen sind.

00:45:16: Ich meine wir reden hier nicht von einer ungenügenden Prüfungsnote im Ausscheiden der Fußball-Nazi an den Weltmeisterschaft oder einem Verbrauch vom Arm.

00:45:26: Es ist die letzte Kapitel dieser Lebens- und Liebesgeschichte Und mir ist der Hashtag unter wirklich restlos allen Umständen gut aufgehoben eingefahren.

00:45:39: Ich würde das Zitat der Simone auch in meinen Alltag mitnehmen.

00:45:45: Danke, dass du diese Reise mit Andreas los und mir mitgemacht bist dabei gewesen bei dieser Folge Endlich Leben!

00:45:53: Mehr zu hören von Andreas Los und das empfehle ich dir gibt sie im Theologie Podcast Geistzeit von RefLab produziert vom Andreas unter dem Theologen und Dozent Thorsten Dietz.

00:46:06: Der Podcast ist verlinkt in den Show Notes.

00:46:09: Auch in der Show Notes ist der Link zu den ganzen Podcast-Welt von EF Media Schweiz.

00:46:14: EF Mediaschweiz, wo der und andere Podcasts produziert, lebt vor Spenden.

00:46:19: Es würde uns mega freuen wenn auch du uns unterstützt bist.

00:46:24: Der Link zur unserer Spendenseite steht in der show notes.

00:46:29: In zwei Wochen gibt es die nächste Geschichte des Endlichen Lebens und meiner Kollegin Evelyn Gutknecht Es freut uns, wenn du auch dann wieder bei Endlich Leben dabei bist.

00:46:41: Darum auf Wiederlassen und Tschüss!

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